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Judith Hintermeier: „Bildung, nicht Aufbewahrung!“

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Es braucht ein Bundesrahmengesetz für Kindergärten und Horte, fordert Gewerkschafterin Judith Hintermeier. Im Interview erklärt sie, warum Elementarpädagoginnen nun aufbegehren müssen.

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Es braucht ein Bundesrahmengesetz für Kindergärten und Horte, fordert Gewerkschafterin Judith Hintermeier. Im Interview erklärt sie, warum Elementarpädagoginnen nun aufbegehren müssen.

Im Jänner 2021 versammelten sich Beschäftigte aus Kindergärten und Horten vor dem Bildungsministerium, um (zunächst still) zu demonstrieren. Ein zugeklebter Mund und verbundene Hände sollten ihr Anliegen „Uns hört niemand, uns sind die Hände gebunden“ symbolisieren. Die Aktion wurde regelmäßig wiederholt. Ein Augenmerk legen die Demonstrierenden auf den vom Bildungsministerium einberufenen „Beirat für Elementarpädagogik“.

Sie kritisieren, dass darin keine Personen aus der Praxis eingebunden sind. Ebenso wenig scheint kommuniziert worden zu sein, wer in dem Gremium das Kindergarten- und Hortpersonal offiziell vertritt. Im März gab es ein Gespräch mit Bildungsminister Heinz Faßmann, der sich die Anliegen anhörte. Er wies darauf hin, dass die Mitglieder des Beirates jederzeit Expertinnen aus der Praxis einladen dürften. Auf den Vorschlag des Ministers ging bis heute niemand ein. Im Mai begannen die Demonstrierenden, vor dem Ministerium ein „Forderungslied“ zu singen.

Im Juli schrieben sie einen Brief an den Minister, stellten Fragen wie „Wie sieht die österreichweite Teststrategie in den Kindergärten und Horten für den kommenden Herbst aus?“ oder „Wie können wir unsere Anliegen im Beirat für Elementarpädagogik einbringen?“. Nach 1,5 Monaten kam „eine kurze und nicht zufriedenstellende Antwort“.

Der Kindergarten muss daher „in aller Munde sein“, sagt jetzt Judith Hintermeier von der Gewerkschaft „younion“. So hat das Personal der Wiener Privatkindergärten für den 12. Oktober eine Kundgebung angekündigt (private Kindergärten und Horte bleiben von sechs bis 12.30 Uhr geschlossen). Zwei Tage später werden die Mitarbeiter(innen) der öffentlichen Kindergärten auf die Straße gehen. Im Interview mit der FURCHE fasst Judith Hintermeier die Anliegen ihrer Kolleginnen und Kollegen zusammen und zeigt auf, welche Maßnahmen es bräuchte, um Kindergärten in einer Bildungsgesellschaft adäquat zu positionieren.

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