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Gedächtniskultur: Edith Stein in Polen

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Sie war Jüdin, studierte bei Edmund Husserl, wurde 1922 katholisch, trat in den Karmel ein und wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet. Polen tut sich mit dem Gedenken an die Breslauer Heilige nicht leicht.

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Sie war Jüdin, studierte bei Edmund Husserl, wurde 1922 katholisch, trat in den Karmel ein und wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet. Polen tut sich mit dem Gedenken an die Breslauer Heilige nicht leicht.

Am 9. August 1942 – das Datum jährt sich heuer zum 80. Mal – starb die aus dem Judentum konvertierte, aus Breslau gebürtige Philosophin und Karmeliter-Ordensfrau Edith Stein im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Theresia Benedicta vom Kreuz – so ihr Ordensname – wurde am 11. Oktober 1998 als erste geborene Jüdin in der Kirchengeschichte offiziell heiliggesprochen. Im folgenden Jahr erklärte sie Johannes Paul II. auch zur Patronin Europas.

Es lohnt sich ein Blick darauf, wie das Gedächtnis der Heiligen im heutigen Polen kultiviert wird. Der Theologe und frühere österreichische Kulturattaché in Krakau, Rembert Schleicher, ist seit seiner Studienzeit mit dem phänomenologischen Denken Edith Steins vertraut und bereist immer wieder auf ihren Spuren die Stationen ihres Lebens im heutige Polen.

Brennpunkte des Erinnerns

Und er kennt die Personen, die sich im Lande um eine größere Bekanntheit Edith Steins bemühen. Brennpunkte dieser Bemühungen sind die ehemals deutschen bzw. altösterreichischen Orte Wrocław (Breslau), Lubliniec (Lublinitz), Gliwice (Gleiwitz), Oświęcim (Auschwitz) und Kraków (Krakau). „Dort erinnert man sich an Edith Stein, dort ist sie keine Unbekannte, dort ist sie, zumindest in der Kirche, eine Leitfigur. Diese Erinnerungskultur geht zwar nicht in die Breite, aber sie erreicht doch eine beachtliche Intensität“, so Schleicher im FURCHE-Gespräch.

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