Im Zeichen des Gedenkens

"Trotzdem Ja zum Leben sagen": Unter diesem Motto von Viktor Frankls wohl berühmtesten Buch findet in Dachau eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager statt. Die Veranstaltung am 28. und 29. März erinnert zugleich an den 110. Geburtstag des Wiener Arztes, der 1942 seinen Leidensweg durch vier Konzentrationslager antreten musste und im Zuge des NS-Terrorregimes seine Frau, seine Eltern und seinen Bruder verloren hatte. "Es gibt keine Situation, die der Mensch nicht gestalten kann, sei es durch Verändern oder durch das tapfere Ertragen des Unabänderlichen", hat er später programmatisch festgehalten.

In Schloss Dachau werden drei Zeitzeugen und Kollegen Viktor Frankls in ihren Vorträgen den historischen Hintergrund der KZ-Befreiung beleuchten. Burgschauspieler Martin Schwab liest Auszüge aus Frankls Briefen und Büchern. Zur aktuellen Bedeutung der Logotherapie und Existenzanalyse referieren u.a. einflussreiche Frankl-Schüler und -Schülerinnen wie der Theologe Uwe Böschemeyer sowie die Psychologin Elisabeth Lukas, die ihrem umfangreichen Werk nun ein weiteres Buch mit Erfahrungen aus ihrer jahrzehntelangen Praxis in Psychotherapie und Lebensberatung hinzugefügt hat. Wie die Psychologie die aktuellen Tendenzen zu einem erneuten kollektiven Fanatismus verstehen und abwehren kann, soll ein weiterer Schwerpunkt sein. Die vom Viktor Frankl Institut ausgerichtete Veranstaltung endet am Sonntag in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Auch die Wiener Vorlesungen im Festsaal des Rathauses sind am 27. März dem 110. Geburtstag von Frankl gewidmet: Es referiert die Psychologin Boglarka Hadinger vom Institut für Logotherapie und Existenzanalyse in Tübingen und Wien ("Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar").

Das Schicksal waltet - der Mensch gestaltet

Von Elisabeth Lukas. Plattform-Verlag 2015

156 Seiten, brosch., € 16,90

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