Kreditversorgung sicherstellen

Die Weltwirtschaft befindet sich in der stärksten Rezession seit 1945. Die Wirtschaftspolitik steht vor der Herausforderung, den Weg zurück zu stabilem und nachhaltigem Wachstum zu finden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen, die produzieren und investieren wollen, auch die notwendigen Finanzmittel dafür finden. Die Schlüsselrolle haben dabei Österreichs Banken.

Die Geld- und Wirtschaftspolitik hat an drei Hebeln angesetzt, um die Kreditversorgung der Wirtschaft zu sichern: Erstens unterstützt die Regierung die Kreditvergabepolitik der Banken mit Eigenkapital und Haftungsübernahmen. Zweitens sorgt das Eurosystem für eine ausreichende Liquiditätsversorgung des europäischen Bankensystems. Ende Juni stellte die EZB über 400 Mrd. Euro gegen Sicherheiten auf ein Jahr zur Verfügung.

Dank der langen Laufzeit von einem Jahr können die Banken besser planen und sind damit eher bereit, Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben. Darüber hinaus unterstützt das Eurosystem die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken mit dem nunmehr angelaufenen Ankauf von besicherten Schuldverschreibungen (Pfandbriefen). Diese Anleihen waren vor Beginn der Krise eine wichtige Finanzierungsquelle für Banken, die durch die Krise aber stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Drittens hat der österreichische Nationalrat Anfang Juli das Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz beschlossen, damit wirtschaftlich gesunde Unternehmen, die in der österreichischen Wirtschaft eine Schlüsselstellung einnehmen, ausreichend Kredit erhalten. Der Bund unterstützt daher Unternehmen mit einer gewissen Mindestgröße bei Kreditaufnahme durch, Haftungen für ihre Kredite übernimmt. Damit sind wichtige Schritte gesetzt, die Kreditversorgung der Wirtschaft sicherzustellen.

* Der Autor ist Gouverneur der Österreichischen Nationalbank

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau