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Die Gefahr aus dem Nichts

Wien - © Foto: Pixabay
Politik

Terror im Wien der 80er-Jahre

1945 1960 1980 2000 2020

Nicht nur in Wien forderte der Terror am Wochenende Opfer. In Teheran töteten in den Untergrund gezwungene oppositionelle Exponenten eines Regimes, das mit Andersdenkenden nur noch per Todesurteil verkehrt und dem von Woche zu Woche mehr Missliebige zum Opfer fallen. Darf man die beiden Gewalttaten in einem Atemzug nennen?

1945 1960 1980 2000 2020

Nicht nur in Wien forderte der Terror am Wochenende Opfer. In Teheran töteten in den Untergrund gezwungene oppositionelle Exponenten eines Regimes, das mit Andersdenkenden nur noch per Todesurteil verkehrt und dem von Woche zu Woche mehr Missliebige zum Opfer fallen. Darf man die beiden Gewalttaten in einem Atemzug nennen?

Terror ist Teil unseres Alltags geworden. Fanatiker und Verzweifelte aller Spielarten greifen immer selbstverständlicher zu Maschinenpistole und Bombe. Mancher, der auf den Tod eines alten Mannes und einer Schwangeren, die sich vor dem Wiener Tempel schützend über ein fremdes Kind warf, mit Entsetzen reagierte, mag über den „erfolgreichen“ Schlag der persischen Regimegegner die vielzitierte, in immer weiteren Kreisen gesellschaftsfähige „klammheimliche Freude“ empfunden haben.

Die Bombenopfer von Teheran hatten sicher nicht nur das eigene Blut an den Händen. Es mag schwerfallen, ihren Tod zu bedauern. Doch als vollwertige Aspiranten auf eine humanere Welt können wir selbst nur gelten, wenn wir auch dann mit Abscheu und Ablehnung reagieren, wenn der Terror Mörder trifft und wenn die Mörder der Mörder Unterdrückte und ihrerseits potentielle Opfer eines Terrorregimes sind oder wenn wir gar mit ihren politischen Zielen sympathisieren.

Denn welches politische Ziel könnte erstrebenswerter sein als der Einsatz friedlicher, demokratischer Mittel zur Erreichung politischer Ziele und ein Minimum von Achtung gegenüber Menschen mit anderen politischen Zielen? Nimmt man dies als Kriterium leben wir übrigens wirklich (noch?) auf einer Insel der Seligen, die ihre blutigen Lektionen gelernt hat.

Der Autor war lange Zeit Theaterkritiker, Ressortleiter und Autor politischer Kommentare der FURCHE.

Terror ist Teil unseres Alltags geworden. Fanatiker und Verzweifelte aller Spielarten greifen immer selbstverständlicher zu Maschinenpistole und Bombe. Mancher, der auf den Tod eines alten Mannes und einer Schwangeren, die sich vor dem Wiener Tempel schützend über ein fremdes Kind warf, mit Entsetzen reagierte, mag über den „erfolgreichen“ Schlag der persischen Regimegegner die vielzitierte, in immer weiteren Kreisen gesellschaftsfähige „klammheimliche Freude“ empfunden haben.

Die Bombenopfer von Teheran hatten sicher nicht nur das eigene Blut an den Händen. Es mag schwerfallen, ihren Tod zu bedauern. Doch als vollwertige Aspiranten auf eine humanere Welt können wir selbst nur gelten, wenn wir auch dann mit Abscheu und Ablehnung reagieren, wenn der Terror Mörder trifft und wenn die Mörder der Mörder Unterdrückte und ihrerseits potentielle Opfer eines Terrorregimes sind oder wenn wir gar mit ihren politischen Zielen sympathisieren.

Denn welches politische Ziel könnte erstrebenswerter sein als der Einsatz friedlicher, demokratischer Mittel zur Erreichung politischer Ziele und ein Minimum von Achtung gegenüber Menschen mit anderen politischen Zielen? Nimmt man dies als Kriterium leben wir übrigens wirklich (noch?) auf einer Insel der Seligen, die ihre blutigen Lektionen gelernt hat.

Der Autor war lange Zeit Theaterkritiker, Ressortleiter und Autor politischer Kommentare der FURCHE.