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Religion

Ostern leben und bezeugen

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Einige Päpste haben nach ihrer Wahl den Namen Paschalis angenommen. Das bedeutet "Österlicher Mensch" und ist eigentlich ein Wesensname für jeden Christen. [ ]

Im Durchschnittsbewußtsein der westlichen Christenheit ist [ ] längst schon Weihnachten zum Hauptfest des Jahres geworden. Ein nachchristliches Mißverständnis, das in Goethes Beschreibung eines Osterspazierganges im "Faust" bereits wirksam ist, hat Ostern überdies auf ein Frühlingsfest reduziert. Das Christentum ist aber keine Naturreligion, wenngleich die Betrachtung der Natur als Schöpfung zu den Hauptperspektiven des christlichen Glaubens gehört. Inmitten der Pracht des Frühlings ist Ostern daher kein Fest der Natur, sondern feiernde Einkehr in die Tiefe der Geschichte. [ ]

Die Christen sollen die Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes nähren, hat das jüngste Konzil gesagt. Diese Geistesfrüchte, Geistesgaben sind Flammen vom großen Feuer jenes Geistes, der zu Ostern und Pfingsten über die Kirche ausgegossen wurde. Wo ein Christ diese ihm anvertraute Flamme hütet, dort bewahrt er ein Stück Welt, ein Stück Gesellschaft vor Finsternis und Kälte.

Viele solche Christen gibt es inmitten der wimmelnden Menge der Menschheit. Immer sind es zu wenige, gemessen an dem, was zu tun wäre. Aber sie reichen aus, um das Licht weiterzugeben, das am ersten Osterfest der Welt aufgegangen ist. Nr. 13 /1. April 1988

Einige Päpste haben nach ihrer Wahl den Namen Paschalis angenommen. Das bedeutet "Österlicher Mensch" und ist eigentlich ein Wesensname für jeden Christen. [ ]

Im Durchschnittsbewußtsein der westlichen Christenheit ist [ ] längst schon Weihnachten zum Hauptfest des Jahres geworden. Ein nachchristliches Mißverständnis, das in Goethes Beschreibung eines Osterspazierganges im "Faust" bereits wirksam ist, hat Ostern überdies auf ein Frühlingsfest reduziert. Das Christentum ist aber keine Naturreligion, wenngleich die Betrachtung der Natur als Schöpfung zu den Hauptperspektiven des christlichen Glaubens gehört. Inmitten der Pracht des Frühlings ist Ostern daher kein Fest der Natur, sondern feiernde Einkehr in die Tiefe der Geschichte. [ ]

Die Christen sollen die Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes nähren, hat das jüngste Konzil gesagt. Diese Geistesfrüchte, Geistesgaben sind Flammen vom großen Feuer jenes Geistes, der zu Ostern und Pfingsten über die Kirche ausgegossen wurde. Wo ein Christ diese ihm anvertraute Flamme hütet, dort bewahrt er ein Stück Welt, ein Stück Gesellschaft vor Finsternis und Kälte.

Viele solche Christen gibt es inmitten der wimmelnden Menge der Menschheit. Immer sind es zu wenige, gemessen an dem, was zu tun wäre. Aber sie reichen aus, um das Licht weiterzugeben, das am ersten Osterfest der Welt aufgegangen ist. Nr. 13 /1. April 1988