
Warum Jane Austen den Blümchenkitsch nicht verdient hat
„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.“ Der erste Satz des 1813 erschienenen Romans „Pride and Prejudice“ („Stolz und Vorurteil“) von Jane Austen ist berühmt wie kaum ein anderer Romananfang. Und er zeigt auf einen Blick bereits Thema und Ton ihres Schreibens.
Jane Austen brachte in ihrer Literatur die Abhängigkeit von Frauen in der gehobenen englischen Mittelschicht Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts zur Sprache. Diese wurden entweder von ihrer Familie unterstützt oder mussten gut – und das heißt: finanziell gut – verheiratet werden. Mit diesem Satz weiß Jane Austen „die allgemein anerkannte Wahrheit“ – dass nämlich eine Frau nichts dringender braucht als einen Junggesellen im Besitz eines schönen Vermögens – ironisch umzukehren.
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