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VON NEUEN BÜCHERN

Im Jahre 1934 wurde von Lord Loyd und seinen Freunden das Werk des British Council ins Leben gerufen, eine Gründung, die berufen war, neben den diplomatischen und wirtschaftlichen Vertretungen Großbritanniens im Ausland ein dritte Madit wirken zu lassen: das Verstehen des englischen Geisteslebens und englischer Kultur. Der British Council sollte, wie das Programm besagt „England im weitesten Sinne des Wortes jenen Menschen nahebringen, die nicht in den Vereinigten Königreichen leben.“ Nodi im November 1934 erhielt dieser Plan durch eine Royal Charter sein Fundament und die Zusicherung staatlicher Unterstützung. Am besten wird die Stellung des British Council mit dem Wort „halboffiziell“ umrissen. Wenn auch der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten dem Parlament für diese Institution verantwortlich ist, besitzt sie doch eine eigenartige Selbständigkeit und Freiheit. Die Leitung liegt in der Hand einer Körper-sdiaft,- an deren Spitze der Präsident, ein, . Vorsitzender und ein Generalsekretär stehen.

Seit dem Kriegsende verdoppelten sich die Aufgaben. Jetzt erst konnten in einer Reihe von Ländern Niederlassungen gegründet werden, so im Laufe dieses Jahres in Österreich.

Das Council ist nach Arbeitsgebieten gegliedert. Der Sektion für Erziehungswesen obliegt unter anderem die Förderung der englischen Sprachkenntnisse. Kurse für Englischlehrer von Volks- und Mittel-sdiulen und privaten Anstalten werden abgehalten, Englfndaufenthalte für Lehrer, Studenten und Schüler vermittelt. Im vergangenen August waren es zum Beispiel 18 Lehrer, die Southbampton besuchten, und 20 Schüler, die zur gleichen Zeit in einem Ferienlager für englisdie Schulkinder Aufnahme fanden. Für das kommende Jahr wird dies für eine bedeutend größere Zahl geplant. Stipendien für längeren Aufenthalt von Hochsehülern, Männern und Frauen aus dem arbeitenden Volk sind vorgesehen. Auch der Studentenaustausch soll wieder angebahnt werden.

In das heutige englische Buchwesen bot das British Council schon im Sommer dieses Jahres durch die wohlgelungene englische Buchausstellung Einblicke. Der Österreicher kann endlich wieder englische Bücher bestellen. Bis heute wurden durch das British Council Bücher im Werte von 15.000 Pfund geliefert.

Eine besonders begrüßenswerte Einrichtung ist die Vermittlung von Übersetzungsund Nachdrucksrechten. Freilich begegnet der Ankauf von Verlegerrechten im Augen-blidc noch großen Schwierigkeiten, doch verspricht der Abschluß eines Staatsvertrages auch auf diesem Gebiet eine Erleichterung herbeizuführen. In enger Verbindung mit der Buchabteilung steht die neueingerichtete Bibliothek. Die drei Bibliotheksräume enthalten schon 4000 Bände ausgesuchter Literatur.

Eine Musikabteilung vermittelt altes und neues englisches Musikschaffen. Vorerst freilich nur durch Schallplatten;' man entdeckt da ausgezeichnete Aufnahmen englisdier Meister. Eine reiche Partiturensammlung wird hiesigen Orchestern zur Verfügung gestellt.

Es ist ein interessantes und wertvolles Werk, das hier mit sichtbarem Geschick, ohne Aufdringlichkeit, wirksam durch eine bedeutende sachliche Leistung begonnen wurde. Es fand im österreichischen Volke Voraussetzungen in einer alteingebürgerten Pflege englischer Literatur, Voraussetzungen, welche die Tätigkeit des British Council als die willkommene Fortsetzung und Erweiterung kostbarer geistiger Beziehungen begrüßen lassen. t A. H-. L.

„Rechenschaft der Demokratie.“ Von Oskar Bauhofer. Sammlung Stocker, 4 Band. Verlag Josef Stodcer, Luzern 1946.

Wer es ernst meint mit dem Gedanken der Demokratie, muß auch die grundlegenden Fragen, die sidi mit diesem Gedanken auftun, so ernst nehmen, wie der Verfasser des Buches „Rechenschaft der Demokratie“. Sonst wird Demokratie zum politischen Schlagwort, zu einem fürwahr recht zerchlissenen Mantelchen, mit dem man seine oftmals recht undemokraiischen Blößen verdeckt. Die Erwartungen, die man der Menschheit — um nichts weniger handelt es skh — mit der Demokratie macht, sind im geistigen und politischen Chaos der Gegenwart so schwerwiegend, daß „die Demokratie vor den äußersten Maßen bestehen muß, sonst st sie für den Menschen von heute wertlos.“ Dieses äußerste Maß aber ist jenes, an dem alles Menschliche, auch das Politische, gemessen wird. Bei der geistigen Flachheit der heutigen politchen Propaganda ist ein Budi wie das vorliegende eine wahre Labsal. Hier werden endlich die letzten Tiefen unserer Kulturkrise aufgesucht und von ihnen aus die Frage nach der „Rechtfertigung der Demokratie“ gestellt/ Zumal der erste Aufsatz „Mensch und Politik“ schält, in weit gerundeter Zusammenschau der geistigen Entwicklung, den Kern aller politischen, sozialen und kulturellen Probleme unserer Zeit heraus, zeigt die Tendenzen unserer Entwicklung zur staatlichen Totalität und stellt abschließend fest, daß es entgegen allem Über-wudiern staatlicher und wirtschaftlicher Gewalten dem Menschen „verstattet sein muß, sich in der Gottesdimension zu entfalten.“ Hier liegt die letzte verpflichtende Quelle der Freiheit, das „Hoheitszeichen der menschlichen Person“, als „Prüfstein der politischen Bewährung.“ Für den Nichtsdiweizer ist dieser erste Aufsatz der erfreuliche Höhepunkt des Buches. Aber auch die übrigen Abschnitte, in denen sich der Verfasser in erster Linie an seine Schweizer Mitbürger wendet, enthalten vieles, was sidi auch andere zu Herzen nehmen könnten.

„Mater Ecclesia.“ Lobpreis der Kirche aus dem ersten Jahrtausend christlicher Literatur. Von Hugo Rihncr, Verlagsanstalt Benzinger & Co., Einsiedeln bei Köln 1944.

Mit dem ausgehenden 11. und dem beginnenden 12. Jahrhundert vollzieht sich jene bedeutsame Wende, die man, vielleicht etwas gewagt, aber im wesentlichen zutreffend, als den Obergang von der Mysterien- zur spekulativen Theologie bezeichnen kann. Insofern, als damit auch für das religiöse Bewußtsein eine neue Zeit anbricht, ist es sachlich vollauf gerechtfertigt, wenn der Verfasser nur Stimmen des Lobpreises der Kirche aus dem ersten Jahrtausend christlicher Literatur erklingen läßt. Die Art, wie dies geschieht, verrät den Meister, der aus sicherer Beherrschung des gewaltigen Stoffes nidit nur neben manchem Vertrauten bislang wenig Beachtetes zu vermitteln, sondern es auch in tief eindrucksvoller Sprache dem Leser zum bleibenden Erlebnis werden zu lassen vermag. Es will fast wie ein Wagnis erscheinen, einzelne Stimmen aus dem Chor der Beter besonders hervorzuheben; jede derartige Auswahl gestaltet sich unausweichlich in stärkstem Maße von subjektiven Voraussetzungen her. Gleichwohl können wir es uns nicht versagen, auf die aus der mailändischen Liturgie entnommenen Stücke, auf den Gesang: „Beterin im Alltag“ des syrischen Dichters Cyrillonas und den gewaltigen Abgesang: „Das neue Lied“ des Methodius von Olympos (vom Herausgeber seltsamerweise Methodius von Philippi genannt, obwohl die nur spät und ganz gelegentlich begegnende Notiz, Methodius sei Bischof von Philippi gewesen, keinen Glauben verdient) eigens hinzuweisen. Rahners Buch* ist eine für den Theologen wie den Laien gleich wertvolle Gabe. Es leistet den seelsorgerlichen Dienst, das Feuer der Liebe zur Mutter Kirche neu zu entfachen, es erweist sich aber zugleich, nicht zuletzt audi durch die feinsinnige und tiefschürfende Einleitung, die der Autor seiner Darbietung der Texte vorangehen läßt, als ein bedeutsamer Beitrag zu einer Ekklesiologie, die ihre stärkste Wurzel in der meditativen Versenkung in das Geheimnis der Kirche hat. Dr. W. K ü h n e r t

„Christliche Weltanschauung und die Probleme der Zeit.“ Von Universitätsprofessor Dr. Johann F i s c h 1. Styria-Steirische Verlagsanstalt, Graz—Wien.

Ein wirklich zeitnahes Buch, das aus den vielbeachteten Vorträgen des Verfassers an der Grazer Theologischen Fakultät für Hörer aller Fakultäten hervorging. Ober die Vorfragen unserer Erkenntnis führt uns der Autor in klarer und schöner Sprache in das Reich des Geistes, in die Probleme: Freiheit und Unsterblichkeit ein. In überzeugender Weise setzt sich der Autor mit den Fragen des Okkultismus, mit Spuk und Astrologie auseinander, denen er die christliche Lehre von der Vorsehung wirksam gegenüberstellt. Wahre Meisterstücke begrifflicher Synthese sind die Schlußkapitel über Pessimismus, Nietzsche, Zeit und Ewigkeit. Als scharfer Denker umreißt hier der bekannte Grazer Philosoph die geistigen Grundlagen der christlichen Weltanschauung, der bei der Neugestaltung der menschlichen Gesellschaft wie der Sinngebung des Lebens für den einzelnen eine entscheidende Rolle zukommt. So hat das jüngste Werk Prof. Fisdds eine hohe Zeitmission nicht bloß für den Fachmann, sondern für jedermann, der mit dem Kompaß seines Verstandes und mit dem Steuerruder seines Willens einem höheren Lebensziele zustrebt. Dr. F. Sauer

„Aphorismen zur Lebensweisheit.“ Von Arthur Schopenhauer. Mit einem Vorwort und Erläuterungen von Michael Landmann. Verlag Zollikofer, St. Gallen, Schweiz.

Der große Mangel an Ausgaben und Standardwerken der Philosophie wird manchen gerne nach diesem Bande greifen lassen, zumal das Vorwort eine gute Einführung bietet. In der ridnigen Würdigung der Persönlichkeit Schopenhauers, welche auch die Aphorismen in das richtige Licht rückt, stellt die Einleitung fest, daß gerade diese ein intimes Dokument eines Jahrhunderts seien, „das trotz aller greifbaren Nähe, nicht mehr das unsere ist“. (S. 23).

„Erlösung“. Ein Zyklus von Alfred Michael Schauhube r. Metten-Verlag. Mystisches Erleben der Seele gewinnt Gestalt in diesem Werke. Die Geheimnisse des Erlöserlebens stehen darin auf und rufen den Menschen zur Antwort, und die Menschen kommen und begegnen dem Gericht oder der Auferstehung. Es geht um die uralten, ewig gleichen Entscheidungen, denen seit dem „Erscheinen der Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes“ keine Seele auswichen kann, die seinen Namen ludi nur von ferne angerührt. Was da im Rahmen der histo-risdien, der evangelischen Ereignisse dargestellt wird, ist Ereignis unserer eigenen Tage, denn auch heute stehen den Gestalten der heiligen Geschichte die Grübler und Verneiner und Verzückten, die Schmerzzerrissenen und Leichtfertigen, die Wirte und Dirnen und Pharisäer gegenüber. Und jene, an denen Wunder geschehen, gibt es auch unter uns. Es ist wohl ein Wagnis, Wortloses in Worte zu kleiden. Doch in diesen vier Weihespielen spricht die Ehrfurcht und die Liebe und ein echtes religiöses Erleben. So wird die Sprache, die Sprache eines Dichters, durchsichtig und klar und läßt das Unausgesprochene fühlbar werden. Ich kann mir vorstellen, daß diese Spiele eine tiefe Wirkung ausstrahlen, wenn sie von Künstlern oder wahrhaft gottergriffenen Menschen dargestellt werden. Wir aber wollen dem Dichter danken, daß er es auf sich genommen hat, abseits von den Wegen des lauten Erfolges uns ein Werk von reiner Hingegebenheit und echten geistlichen Erlebens zu schenken. Dolores Aichbichler-Vieser

„Carl Spittelers Verhältnis zur Musik.“ Von Fred Sallenbach. A. Kunzelmann-Verlag

Upi die zahllosen Publikationen, die sich bemühen, einer berühmten Persönlichkeit „Verhältnis“ zu irgend etwas darzustellen, ist es oft eine fragwürdige Sache. Häufig kommt nicht mehr dabei heraus als eine fleißige, aber trockene Dissertationsarbeit. Das Werk Fred Sallenbachs ist nun zwar auch eine mit 'ehr großem Fleiß gearbeitete Dissertationsschrift und das Verhältnis des Schweizer Dichters zur Musik würde an sich kaum besonderem Interesse begegnen. Neben dem dichterischen Schaffen Spittelers ging aber noch eine reiche Tätigkeit als Kritiker und Musikschriftsreller einher und von diesem Gesichtspunkt aus vermag die Darstellung der eigenartigen Verflechtung seines Lebens mit der Musik wohl zu fesseln. Man lernt hier einen Kritiker von ausgeprägtem Verantwortungsgefühl kennen, der sich seine Aufgabe nicht leidit macht. Daß Spitteier noch an heute längst entschiedenen Kämpfen beteiligt war und nicht immer auf der richtigen Seite, macht dabei gar nichts aus. Auch dort, wo er irrt, oder in einseitiger Haltung befangen ist, nimmt er durch eine Fülle origineller Beobachtungen, durch temperamentvoll vorgetragene Thesen für sich ein. Gelegentlich hat er einen Irrtum auch freimütig zugegeben und einmal scherzhaft vorgeschlagen: „Was meinen Sie zu einem jährlichen Büß- und Bettage für Rezensenten? Mit Generalbeichte?“ Welch ein Muster eines Kritikers! Die Darstellung Sailenbachs ist gewissenhaft, einfühlend und enthält eine Reihe kluger Formulierungen.Eür eine weitere Auflage wäre zu empfehlen, die Anmerkungen als Fußnoten auf die zugehörigen Textstellen aufzuteilen, um dem Leser das lästige Nachschlagen zu ersparen.

„Das gelbe Boot.“ Roman von Brigitte G a d e. Paul Zsolnay-Verlag, Wien 1946.

Leider kann man über dieses Buch nicht viel Günstiges sagen. Das Beste ist die gesd.mackvolle Ausstattung. Der Stil jedoch läßt einiges zu wünschen übrig. Die Verfasserin leistet sich einige Wortneubildungen,. die weder originell, noch treffend sind, auch scheint sie sich über die Bedeutung mancher Worte licht völlig im klaren zu sein. Vögel „pipsern“, feuchtes Moo „knistert“ und strömender Regen „rieselt“. Die Handlung, deren Schauplatz ein Alpensee ist, gleitet über die angedeuteten Probleme dilettantisch hinwej. Die pathetische Aufforderung, die ein etwa Sechzehnjähriger zum Schluß an die Heldin, ein vierzehnjähriges Mädchen„ richtet und die in den Worten gipfelt: „Komm heim, laß didi führen von mir,“ entspricht nicht der Art eines Naturburschen dieses Alters. Da sich dieses Buch keineswegs dem traditionellen Rahmen des angesehenen Verlages einfügt, dürfte es aus den Restbeständen des Unternehmens stammen, das sich nach dem Anschluß dfe Rechte des Zsolnay-Verlages angeeignet hatte.

„Geschichten um Anton Bruckner.“ Gesammelt und frei den Quellen nacherzählt von Hans Commenda. Verlag H. Muck, Linz-Donau, 1946. • _

Der Verfasser hat über 100 kleine Geschichten zusammengetragen, die, chronologisch geordnet, Bruckners Erdenwallen von der in Ans-feld verbrachten Kindheit bis zu seinem letzten Weg zur Stiftskirche von St. Florian begleiten. Da alle „gut belegt, wenngleich nidit immer wörtlich zu nehmen sind“, woHen wir das Bändchen als kleine Gabe zu des großen Meisters fünfzigsten Todestag gern entgegennehmen. Trotzdem sich in der vorliegenden Sammlung einige wenig oder gar unbekannte Anekdoten finden, wird das traditionelle Brucknerbild durch diese Sammlung weder wesentlich vertieft, noch ergänzt. Die letzte Seite des Büchleins („Einzug in Walhall“) möchten wir lieber entbehren. Jene Nachträgliche Bruckner-Ehrung (1937) in Regensburg geschah nicht mehr im Geiste Bruckners. Und „Bruckner und Walhall“ — das paßt nicht gut zusammen ... Dr. H. A Fiechtner

Bechjteins Märchen. Mit Zeichnungen von Ludwig Richter. 330 Seiten. Verlag Carl

Die Märchen Wilhelm Hauffs. Mit Bild-schmuck von Maja von A r x. Artemis-Verlag, Zürich. 468 Seiten, Fr. 13.—.

Der Wandel des Stilgeschmacks läßt heute den größten Teil der erzählenden Literatur des 19. Jahrhunderts als altmodisch überwunden erscheinen. Um so bemerkenswerter ist es, daß das alte Märchenbuch noch seinen einstigen jugendfrischen Glanz bewahrt hat. Auch heute üben die Schöpfungen Andersens, Bechsteins, Hauffs und Schwabs ihre Anziehungskraft aus. Mit gutem Grund hat sich der rührige Wiener “Verlag Überreuter der Pflege dieser klassischen Jugendliteratur zugewandt. Der eben erschienene Band Bechsteinscher Märchen, der aus beiden Erstausgaben von einst — der Leipziger und der vor 90 Jahren in Wien herausgekommenen — das Schönste vereinigt, verwendet die einstigen Richterschen Illustrationen zur Bebilderung. Es gibt keine bessere und anmutigere. Die Ausstattung des ansehnlichen Bandes ist gut und verrät schon wenig mehr von der technischen Beengtheit der Nachkriegszeit. Derselbe Verlag kündigt auch einen Robinson Crusoe, einen Band Andersen, Schwab und Lederstrumpf an und bringt eben auch eine bebilderte Jugendausgabe von Dikens' berühmter Meisterschöpfung „Oliver Twist“ heraus.

Sieht man die Schweizer Produktion, so erkennt man allerdings schmerzlich, wie weit das österreichische Buchschaffen, das einstmals durch vornehme Spitzenleistungen gekennzeichnet war und nun noch an den Kriegswirkungen tragen muß, aufzuholen hat. Da ist die neue Hauff-Ausgabe des Züricher Artemis-Verlages ein reizendes Schaustück technischer Finessen an Papier, Satz und Bildschmuck. Der schwäbische Romantiker hätte für seine farbensprühenden Märchenerzählungen sich keine formschönere Druckgestaltung wünschen können. Der Erwachsene genießt diese Buchschöpfung wie einen Becher alten, edlen Weines. Er wird sich an der Frankenwährung auch seiner Kostbarkeit gewahr. Friedrich Greiffenburger

„Unser Teddybär.“ Ein March en und Malbuch von Hilde v. B a r a v a 11 e. Verlag Joh. Leon, Klagenfurt—Wien.

Nicht nur, weil Weihnachten vor der Tür steht, sondern weil dieses Kinderbuch ungewöhnlich gut ist und Beachtung verdient, lenken wir die Aufmerksamkeit darauf;- Text, die Bilder und die Idee, den Kindern es zu überlassen, selber die Bilder zu kolorieren, sind glücklich gelungen; kein Wunder, eine junge Mutter, die Künstlerin selbst, hat sie für die eigenen Kinder ersonnen. Dieses köstliche Märchenbuch wird den Kindern und ihren Eltern viele Freude bereiten.

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