Helmut Rauch - Kernphysiker Helmut Rauch (1939–2019) - © APA / Herbert Pfarrhofer
Nachruf

Pionier der heimischen Quantenphysik

1945 1960 1980 2000 2020
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Er galt als bescheiden, war philosophisch interessiert und schätzte den Blick über die Fächergrenzen hinweg. In der Physik brachte Helmut Rauch bahnbrechende Experimente auf den Weg: So konnte er nachweisen, dass nicht nur Lichtteilchen Welleneigenschaften besitzen, sondern – wie von der Quantenphysik vorhergesagt – auch massive Teilchen wie die Neutronen im Atomkern. Der gebürtige Kremser hat sich selbst gern als „Quantenoptiker“ bezeichnet. Immer wieder wurde er für den Physik-Nobelpreis ins Spiel gebracht.

In der Wissenschaft ist die Fragestellung vor einer Studie oder einem Experiment wie ein Fels, in den die Antwort gemeißelt wird. Und Rauch liebte es, verschiedene Felsformationen zu bearbeiten. „Seine Intuition hat ihn immer wieder neue Fragen stellen lassen. In Gesprächen zeigte er eine beispielhafte Offenheit gegenüber neuen Ideen“, sagt der Physiker Anton Zeilinger, heute auch Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, über seinen ehemaligen „Doktorvater“. „Dies war stets – auch wenn er diese Ideen manchmal nicht teilte – von einem tiefen, ermunternden Res-pekt begleitet.“ Übrigens nicht nur gegenüber Kollegen, sondern auch gegenüber Studierenden, mit denen er sich selbst im Auditorium auf Augenhöhe unterhielt. „Er lehrte mich zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht, und dass man nicht unbedingt alles verstehen muss, um eine interessante Frage zu stellen“, so Zeilinger.

Bereits 1972 war der damals 33-jährige Rauch zum Professor für Experimentelle Kernphysik der TU Wien berufen worden. Zugleich wurde er Vorstand des Atominstituts der österreichischen Universitäten, wo 1962 ein Forschungsreaktor in Betrieb gegangen war. Dort hatte Rauch als einer der ersten Studierenden seine Doktorarbeit durchführen können. In den 1980er- und 1990er-Jahren engagierte er sich als Vizepräsident und später als Präsident des Wissenschaftsfonds FWF für die Förderung der heimischen Grundlagenforschung. Wie erst später bekannt wurde, ist der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler am 2. September 80-jährig verstorben. Er wird in Erinnerung bleiben als einer jener Forscher, die der heute so erfolgreichen österreichischen Quantenphysik die Tore aufgestoßen haben.

Er galt als bescheiden, war philosophisch interessiert und schätzte den Blick über die Fächergrenzen hinweg. In der Physik brachte Helmut Rauch bahnbrechende Experimente auf den Weg: So konnte er nachweisen, dass nicht nur Lichtteilchen Welleneigenschaften besitzen, sondern – wie von der Quantenphysik vorhergesagt – auch massive Teilchen wie die Neutronen im Atomkern. Der gebürtige Kremser hat sich selbst gern als „Quantenoptiker“ bezeichnet. Immer wieder wurde er für den Physik-Nobelpreis ins Spiel gebracht.

In der Wissenschaft ist die Fragestellung vor einer Studie oder einem Experiment wie ein Fels, in den die Antwort gemeißelt wird. Und Rauch liebte es, verschiedene Felsformationen zu bearbeiten. „Seine Intuition hat ihn immer wieder neue Fragen stellen lassen. In Gesprächen zeigte er eine beispielhafte Offenheit gegenüber neuen Ideen“, sagt der Physiker Anton Zeilinger, heute auch Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, über seinen ehemaligen „Doktorvater“. „Dies war stets – auch wenn er diese Ideen manchmal nicht teilte – von einem tiefen, ermunternden Res-pekt begleitet.“ Übrigens nicht nur gegenüber Kollegen, sondern auch gegenüber Studierenden, mit denen er sich selbst im Auditorium auf Augenhöhe unterhielt. „Er lehrte mich zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht, und dass man nicht unbedingt alles verstehen muss, um eine interessante Frage zu stellen“, so Zeilinger.

Bereits 1972 war der damals 33-jährige Rauch zum Professor für Experimentelle Kernphysik der TU Wien berufen worden. Zugleich wurde er Vorstand des Atominstituts der österreichischen Universitäten, wo 1962 ein Forschungsreaktor in Betrieb gegangen war. Dort hatte Rauch als einer der ersten Studierenden seine Doktorarbeit durchführen können. In den 1980er- und 1990er-Jahren engagierte er sich als Vizepräsident und später als Präsident des Wissenschaftsfonds FWF für die Förderung der heimischen Grundlagenforschung. Wie erst später bekannt wurde, ist der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler am 2. September 80-jährig verstorben. Er wird in Erinnerung bleiben als einer jener Forscher, die der heute so erfolgreichen österreichischen Quantenphysik die Tore aufgestoßen haben.