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Bange Zukunft

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steindl-rast - © Foto: picturedesk.com / First Look / Günther Pichlkostner

David Steindl-Rast: „Meister der interreligiösen Verständigung“

„Nur gemeinsam mit den Humanisten muslimischer Kulturen können wir die Wiedergewinnung allgemein menschlicher Werte erhoffen. Unser gemeinsames Anliegen verlangt Verständigung und Zusammenarbeit. Es liegt an uns, die politisch und religiös Verantwortlichen aufzufordern, ja anzuhalten, Anschuldigungen durch Verständigungsversuche zu ersetzen.“ Was David Steindl-Rast im Februar 2015 angesichts der Pariser Terror-Anschläge den FURCHE-Leser(inne)n ins Stammbuch schrieb, hat nichts an Aktualität verloren und bringt auch die Lebensüberzeugung des Benediktinermönchs, Autors und spirituellen Wegbegleiters für unzählige Suchende auf den Punkt. Am 3. August wird der mittlerweile 96-Jährige, der, wenn er in Österreich ist, im Europakloster Gut Aich lebt, mit dem Theologischen Preis der Salzburger Hochschulwochen ausgezeichnet.

Der 1926 in Wien Geborene ging nach Studien an der Akademie der Bildenden Künste und an der Universität Wien in Psychologie und Anthropologie in die USA, wo er 1953 ins Benediktinerkloster Mount Saviour im Staat New York eintrat. Dort gründete er das „Center for Spiritual Studies“ und begann sich im interreligiösen Dialog zu engagieren. Seinem Netzwerk www.dankbar-leben.org haben sich weltweit zahlreiche Menschen angeschlossen, die er als weitgereister und vielgefragter Redner und Autor begleitet hat.

Bis heute inspirierend

David Steindl-Rast sei ein „spiritueller Impulsgeber und interreligiöser Brückenbauer“ von Weltrang, wie es in der Jurybegründung heißt. „Sein Wirken ist darin für theologisches Nachdenken wegweisend, das sich im Horizont religiöser Pluralität orientieren will, aber nicht bloß religiöse Positionen theoretisch vergleichen, sondern wirklich ins Gespräch kommen möchte.“ Als „Meister der interreligiösen Verständigung“ sei er für viele Menschen bis heute „inspirierend“.

Mit den Salzburger Hochschulwochen verbindet David Steindl-Rast auch eine persönliche Geschichte, wie deren heutiger Obmann Martin Dürnberger (vgl. Seite 3) in einem Kathpress-Interview berichtet: „So hat er bei einem Besuch selbst eindrücklich davon erzählt, wie er im ersten Sommer nach dem Zweiten Weltkrieg an den Hochschulwochen teilgenommen hat – damals noch als Student, während er später auch als Vortragender vor Ort war. In diesem Jahr besuchte er jedenfalls regelmäßig die Frühmessen in St. Peter und war von den Lesungen eigentümlich berührt – in ihnen ging ihm damals auf, dass Mönchwerden eine echte Möglichkeit für ihn sein könne, wie er es beschrieb.“

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