Roy Lichtenstein - © Foto: © Estate of Roy Lichtentstein/Bildrecht, Wien 2020
Ausstellung

Misfitting Together: Pop-Art im mumok

1945 1960 1980 2000 2020

Als Vorgeschmack auf zwei im Herbst anlaufende Ausstellungen zeigt das mumok in einer Sammlungspräsentation Werke Andy Warhols im kunsthistorischen Kontext.

1945 1960 1980 2000 2020

Als Vorgeschmack auf zwei im Herbst anlaufende Ausstellungen zeigt das mumok in einer Sammlungspräsentation Werke Andy Warhols im kunsthistorischen Kontext.

Es ist ein ­Blumenteppich in knalligen Farben, auf dem die Besucher derzeit die Stiege zum mumok hinaufgehen. Die berühmte Siebdruck-Arbeit Andy Warhols lockt in die Ausstellung „Misfitting Together“. Ursprünglich war für April ­eine drei­teilige Schau zu dem US-Künstler ge­plant, nun zeigt man als ers­ten Part der Trilogie – da Leihgaben nicht reisen konnten – eine Sammlungspräsentation, die ein paar Werke Warhols im kunsthis­torischen Kontext vorstellt.

Welch ein Glück, dass das Sammlerehepaar Ludwig nicht nur früh Pop-Art ebenso sammelte wie Minimal Art und Concep­tual Art, sondern die Stiftung auch Ankäufe zeitgenössischer Positionen mit verwandtem Konzept möglich machte, die nun in Verbindung zu Warhols Œuvre gesetzt werden. Als Schnittpunkt wird die serielle Formation als Arbeitsweise präsentiert, die nicht nur die drei Stile aus Warhols Zeit verbindet, sondern auch Bezüge zu Gegenwartskünstlern und modularen Werken herstellen lässt.

Mehr weibliche Positionen

So findet sich Warhols „­Orange Car Crash“, das den amerikanischen Traum entmystifiziert und für das er aufgrund dieser unterschwelligen Kritik einst in den USA keine Galerie fand, gegenüber von Robert Indianas „Love Rising/Black and White Love“, das auf die Rassenthematik und Martin Luther King Bezug nimmt. An der Nebenwand hängen Lutz Bachers erst vergangenes Jahr entstandene „Firearms“, Porträts von rund 60 Schuss­waffen, die durch fast zärtliche Sprache in den Beschreibungen die männliche Konnotation konterkarieren.

Durch Aufnahme dieses Werks wird sichtbar, dass ­Serialität in der Kunst noch heute ­relevant ist. Außerdem war es laut ­mumok-Chefin Karola Kraus ein Ziel der letzten Jahre, „die stark männlich dominierte Sammlung mehr durch weibliche Positionen zu ­erweitern“. Andy Warhols „Flowers“, seine eingangs erwähnten Siebdruckarbeiten, werden Friederike Pezolds „Schamwerk“ gegenübergestellt – wer erfährt, dass Warhol die Geschlechtsteile der Blumen ausgetauscht hat, für den ist der Bezug der beiden Werke noch einleuchtender. Was bei Pezold auf den ersten Blick wie Blüten wirkt, ist in Wahrheit der Intimbereich der Frau.