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Chancen für Minderheit

Roma in Österreich weisen ein weitaus niedrigeres formales Bildungsniveau auf als die österreichische Mehrheitsbevölkerung, so der Abschlussbericht aus dem Jahr 2014 über die Bildungs-Studie ROMBAS. Um Bildungsabschlüsse und die Integration von Roma in den heimischen Arbeitsmarkt zu forcieren, folgten vom Ministerrat im Rahmen der so genannten "Roma-Dekade 2005-2015" beschlossene Empowerment-Initiativen. In den vergangenen Jahren gingen zwölf Projekte zur Arbeitsmarkt-Integration von Roma in Österreich an den Start. Unter ihnen das in der Steiermark angesiedelte Projekt "Zorrom", das vom europäischen Sozialfonds und dem Sozialministerium gefördert und vom Sozialamt der Stadt Graz kofinanziert wird und auf dreieinhalb Jahre anberaumt ist.

Allen zwölf in Österreich initiierten Projekten gemein ist die zentrale Zielsetzung, Angebote und Maßnahmen für in Österreich lebende Romnija und Roma zu entwerfen, die den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern und realisieren sollen. Dabei soll nicht etwa ein Verdrängungswettbewerb am Niedriglohnsektor in die Wege geleitet, sondern vielmehr Angehörige der größten europäischen Minderheit beruflich weitergebildet und für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Michael Teichmann, Leiter des in Graz angesiedelten Projekts "Zorrom", wünscht sich neben positiven Beschäftigungsbiografien aber zusätzlich noch etwas anderes vom Projekt: die Gründung eines Roma-Vereins durch Roma und Romnija in der Steiermark - ganz gemäß dem Projekt-Titel "Selbstermächtigter (ZOR) Mensch (ROM)". Denn anders als im Burgenland ist ein Rom-Verein in der grünen Mark bislang nicht existent.

Lebenswelten der Roma

Im 2. Roma-Erzähl-Café berichten eine Romni und zwei Roma aus Slowenien, der Slowakei und aus Österreich über ihren Alltag hierzulande.

Mit Musik der Berki Band. Dienstag, 4. April 2017, 19:00-20:30 Uhr im VinziNest (Kernstockgasse 16,8020 Graz). Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung unter m.teichmann@ caritas-steiermark.at wird gebeten.

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