Voll das Leben

Lesen und schauen

1945 1960 1980 2000 2020
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Samstag beim Brunch. Die Freundin bringt das Thema auf Bücher. Sie fragt, ob ich ihr eines empfehlen könne. „Aber die Mama liest ja gar keine Bücher mehr“, mischt sich die Älteste ein. „Die tut am Abend nur noch Handy schauen.“

Das sitzt. So richtig. Da hilft es auch nicht, dass sie gerade in die Pubertät kommt und der Mama gern generell in die Parade fährt. Opposition bis zur Matura vermutlich.

Ich liebe Bücher. Und ich liebe es, in Buchhandlungen zu schmökern. Der Besuch der Frankfurter Buchmesse gehört zu meinen besten Erlebnissen überhaupt. Einstmals hat es zum Abschluss der Arbeitswoche gehört, zwei oder mehr Exemplare zu kaufen und diese am Wochenende zu verschlingen. Die Literaturnobelpreisträger und -innen kannte ich alle. Und deren Bücher auch. (Mit dem diesjährigen Preisträger bin ich eher wunschlos unglücklich. Aber das wäre ein eigener Roman.) Dann kamen die Kinder. Und schon war man zufrieden, wenn die Überschriften der Zeitung geschafft waren. Am WC.

Heute sind sie tatsächlich schon größer. Zum Lesen komme ich trotzdem kaum. Schließlich will Frau neben all den Verpflichtungen auch in den sozialen Medien diskutieren. Zur Not auch wunschlos über Handke. Eintauchen in ein Buch und erst wieder auftauchen, wenn es gelesen ist – und dann noch lange nachdenken und nachspüren: Wo sind meine Stunden dafür? Ein kurzer Blick auf die Funktion „Bildschirmzeit“ meines Handys gibt mehr Antworten als ich Fragen hatte. Die Tochter ihrerseits hat dreißig Minuten täglich und will ebenfalls „schauen“.

Sicher nicht. Heute Abend ist Lesezeit. Du weißt schon, das mit den Büchern.

Samstag beim Brunch. Die Freundin bringt das Thema auf Bücher. Sie fragt, ob ich ihr eines empfehlen könne. „Aber die Mama liest ja gar keine Bücher mehr“, mischt sich die Älteste ein. „Die tut am Abend nur noch Handy schauen.“

Das sitzt. So richtig. Da hilft es auch nicht, dass sie gerade in die Pubertät kommt und der Mama gern generell in die Parade fährt. Opposition bis zur Matura vermutlich.

Ich liebe Bücher. Und ich liebe es, in Buchhandlungen zu schmökern. Der Besuch der Frankfurter Buchmesse gehört zu meinen besten Erlebnissen überhaupt. Einstmals hat es zum Abschluss der Arbeitswoche gehört, zwei oder mehr Exemplare zu kaufen und diese am Wochenende zu verschlingen. Die Literaturnobelpreisträger und -innen kannte ich alle. Und deren Bücher auch. (Mit dem diesjährigen Preisträger bin ich eher wunschlos unglücklich. Aber das wäre ein eigener Roman.) Dann kamen die Kinder. Und schon war man zufrieden, wenn die Überschriften der Zeitung geschafft waren. Am WC.

Heute sind sie tatsächlich schon größer. Zum Lesen komme ich trotzdem kaum. Schließlich will Frau neben all den Verpflichtungen auch in den sozialen Medien diskutieren. Zur Not auch wunschlos über Handke. Eintauchen in ein Buch und erst wieder auftauchen, wenn es gelesen ist – und dann noch lange nachdenken und nachspüren: Wo sind meine Stunden dafür? Ein kurzer Blick auf die Funktion „Bildschirmzeit“ meines Handys gibt mehr Antworten als ich Fragen hatte. Die Tochter ihrerseits hat dreißig Minuten täglich und will ebenfalls „schauen“.

Sicher nicht. Heute Abend ist Lesezeit. Du weißt schon, das mit den Büchern.