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Eine Impfung, viele Fragen

Politik

Impfpflicht gegen Corona? Contra

1945 1960 1980 2000 2020

Im "Pro und Contra" debattieren jeweils zwei Redakteure und Redakteurinnen über das Thema der Woche. Diese Woche diskutieren Martin Tauss und Otto Friedrich über das Thema Impfpflicht gegen Corona.

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Im "Pro und Contra" debattieren jeweils zwei Redakteure und Redakteurinnen über das Thema der Woche. Diese Woche diskutieren Martin Tauss und Otto Friedrich über das Thema Impfpflicht gegen Corona.

Stehen unsere Vorstellungen einer liberalen Gesellschaft der konsequenten Pandemie-Bekämpfung im Weg? Nicht unbedingt. Es braucht jedenfalls keine allgemeine Impfpflicht, denn es reicht bereits die „Herdenimmunität“, damit das Virus in Schach gehalten wird. Wenn sich über zwei Drittel der Bevölkerung impfen lassen, sollte die akute Krisensituation entschärft sein. Eine Impfpflicht könnte sogar kontraproduktiv sein, wie der Virologe Florian Krammer betont: Wenn man Menschen zur Impfung zwingt, sei eine stärkere Opposition gegenüber dieser Maßnahme zu erwarten – und die ist ohnehin nicht zu unterschätzen. Zudem weist der Experte darauf hin, dass es im privaten Bereich vor allem um die Hochrisikopersonen geht: Wenn sie geimpft sind, kann man in den Familien rasch wieder zu einem normalen Leben zurückkehren. Zu Recht wird jedoch eine Impfpflicht bei speziellen Bevölkerungsgruppen angedacht: Das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie die Pädagogen stehen in der Pandemie an exponierter Stelle. Mit verpflichtendem Impfschutz sollten sie das nötige Bollwerk im Anti-Corona-Kampf sein. Angesichts der ernüchternden Erfahrungen mit den freiwilligen Massentests stellt sich freilich die Frage, wie man den Großteil der Bevölkerung zum Impfen bringt. Es braucht gute Role Models und eine kritische öffentliche Diskussion, um den sich formierenden Impfgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. In dieser einzigartigen Situation, die jeden Tag Todesopfer bringt, das Gesundheitssystem zu überlasten droht und milliardenschwere Hilfspakete nötig macht, sollte diese Überzeugungsarbeit eigentlich kein Problem sein.

Stehen unsere Vorstellungen einer liberalen Gesellschaft der konsequenten Pandemie-Bekämpfung im Weg? Nicht unbedingt. Es braucht jedenfalls keine allgemeine Impfpflicht, denn es reicht bereits die „Herdenimmunität“, damit das Virus in Schach gehalten wird. Wenn sich über zwei Drittel der Bevölkerung impfen lassen, sollte die akute Krisensituation entschärft sein. Eine Impfpflicht könnte sogar kontraproduktiv sein, wie der Virologe Florian Krammer betont: Wenn man Menschen zur Impfung zwingt, sei eine stärkere Opposition gegenüber dieser Maßnahme zu erwarten – und die ist ohnehin nicht zu unterschätzen. Zudem weist der Experte darauf hin, dass es im privaten Bereich vor allem um die Hochrisikopersonen geht: Wenn sie geimpft sind, kann man in den Familien rasch wieder zu einem normalen Leben zurückkehren. Zu Recht wird jedoch eine Impfpflicht bei speziellen Bevölkerungsgruppen angedacht: Das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie die Pädagogen stehen in der Pandemie an exponierter Stelle. Mit verpflichtendem Impfschutz sollten sie das nötige Bollwerk im Anti-Corona-Kampf sein. Angesichts der ernüchternden Erfahrungen mit den freiwilligen Massentests stellt sich freilich die Frage, wie man den Großteil der Bevölkerung zum Impfen bringt. Es braucht gute Role Models und eine kritische öffentliche Diskussion, um den sich formierenden Impfgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. In dieser einzigartigen Situation, die jeden Tag Todesopfer bringt, das Gesundheitssystem zu überlasten droht und milliardenschwere Hilfspakete nötig macht, sollte diese Überzeugungsarbeit eigentlich kein Problem sein.

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