#Corona-Forschung

Ein Virus, das die Wissenschaft in Atem hält

impfung - © Foto: iStock/DrAfter123
Wissen

Fieberhafte Forschung

1945 1960 1980 2000 2020

Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Welche Strategien haben die größten Chanchen auf Erfolg? Und was bedeutet die „Covidisierung“ der Wissenschaft? Analyse eines Experten.

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Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Welche Strategien haben die größten Chanchen auf Erfolg? Und was bedeutet die „Covidisierung“ der Wissenschaft? Analyse eines Experten.

Vorgewarnt, aber leider nicht vorbereitet: Durch die Corona-Pandemie wird die gesamte Menschheit wieder intensiv mit dem Thema „Impfen“ konfrontiert. Der Optimismus über die rasche Verfügbarkeit eines wirksamen, verlässlich geprüften Impfstoffes in wenigen Monaten ist allerdings nicht ganz gerechtfertigt. Weltweit werden derzeit zwar mehr als 200 Projekte zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus vorangetrieben, aber eine wissenschaftlich solide Vorbereitung bis zur Zulassung und Herstellung großer Mengen eines Impfstoffs benötigt – auch bei noch so massivem gesellschaftlichem Druck – doch Zeit. Hier wird, vor allem in China, auf Lebendimpfstoffe (abgeschwächte Viren) und Totimpfstoffe (abgetötete ganze Viren) gesetzt.

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass man die Pandemie mit diesem „Low tech“Zugang beherrschen kann. Höhere Erwartungen werden an Methoden gestellt, die mit genetisch hergestellten Proteinbruchstücken (Peptiden) aus der Hülle des Virus arbeiten. Die Wissenschaftler konzentrieren sich hier auf nichtinfektiöse Peptide an der Spitze der kronenartigen Stacheln („Spikes“, deshalb die Bezeichnung Corona) des Virus, mit dem es sich beim Infektionsprozess an die Zellen anheftet. Diese „Spike“-Peptide werden vorzugsweise in Nanopartikel verpackt oder in ein unschädlich gemachtes Transportvirus (Vektor), etwa ein nicht mehr vermehrungsfähiges, ungefährliches Schnupfenvirus, eingebaut und als Impfstoff verabreicht. Beide Arten derartiger Impfstoffe erfordern den Zusatz von Hilfsstoffen, welche die Immunantwort verstärken.