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Corona

Demo - © Fotos: APA / Erwin Scheriau
Wissen

Corona: Parallele Wirklichkeit

1945 1960 1980 2000 2020

Falschinformation und Verschwörungsmythen unterminieren den Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ähnlich wie das Virus selbst können sie sich rasch verbreiten. Wie sie zu verstehen und einzudämmen sind.

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Falschinformation und Verschwörungsmythen unterminieren den Kampf gegen die Corona-Pandemie. Ähnlich wie das Virus selbst können sie sich rasch verbreiten. Wie sie zu verstehen und einzudämmen sind.

Stell dir vor, es gibt eine Impfung, und zu wenige gehen hin: Das ist derzeit ein Schreckensszenario im aktuellen Verlauf der Covid-19-Pandemie. Und eigentlich paradox: Seit Ausbruch der Coronakrise hat die ganze Welt hoffnungsvoll auf einen Impfstoff gewartet. Die klinisch-pharmazeutische Forschung arbeitete unter Hochdruck und lieferte rasche Erfolge: Bis Ende Jänner könnten in der EU bereits drei Vakzine gegen Covid-19 verfügbar sein – jene von Pfizer-BioNTech und Moderna (bereits zugelassen) sowie jener von AstraZeneca in Kooperation mit der Universität Oxford (Zulassung erwartet). Doch die Sorge, dass viele Menschen zögerlich und unschlüssig im Hinblick auf eine Corona-Impfung bleiben, wächst weltweit – auch hierzulande. Ein Viertel der Österreicher steht der Impfung derzeit ablehnend gegenüber, knapp die Hälfte ist noch unentschlossen, wie Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, diese Woche bemerkte. Müller ist Mitglied der neuen ­Initiative „Österreich impft“, die nun die Vorteile der ­Corona-Impfung einer breiten Öffentlichkeit vermitteln will.

Pocken und Corona

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Impfskepsis derzeit zu den zehn größten gesundheitlichen Bedrohungen. Während in zahlreichen Ländern bereits die Impfprogramme gestartet wurden, befürchten internationale Experten, dass die Angst vor Nebenwirkungen sowie der Einfluss von Verschwörungsmythen die nötigen Maßnahmen zur Beendigung der globalen Krise unterminieren könnten. „Dieser Widerstand ist im Prinzip so alt wie das Impfen selbst“, sagte etwa David Heymann, Professor an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, in einer Videobotschaft. Der Epidemiologe wies darauf hin, dass auch die ersten Pocken-Impfungen im 18. Jahrhundert zunächst auf starke Opposition gestoßen sind. Die ­Coronakrise freilich fällt in eine Zeit, in der irrationales Denken und sogar apokalyptische Fantasien wieder einen fruchtbaren Nährboden vorfinden.