#Corona

Das Virus und wir

DISKURS
Impfen Religion - © Foto: Isabelle Ouvrard / SEPA.Media / picturedesk.com

Impfen: Glaubenskrieg und Deutungskampf

1945 1960 1980 2000 2020

Impfen oder nicht – diese Frage spaltet die Gemüter. Während die einen auf die Schulmedizin vertrauen, bezweifeln andere deren Glaubwürdigkeit. Manche ängstigen sich einfach vor Spritzen oder kritisieren die Forschungsmethoden. Eine weltanschauliche Auseinandersetzung.

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Impfen oder nicht – diese Frage spaltet die Gemüter. Während die einen auf die Schulmedizin vertrauen, bezweifeln andere deren Glaubwürdigkeit. Manche ängstigen sich einfach vor Spritzen oder kritisieren die Forschungsmethoden. Eine weltanschauliche Auseinandersetzung.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Impfung berührt viele Facetten gesellschaftlicher Fragen, Positionen und Überzeugungen – nicht nur in Zeiten von Corona: Welchen normativen Wert haben (natur-)wissenschaftliche Erkenntnisse und wie findet der wissenschaftliche Diskurs in der Öffentlichkeit statt? Welche Bedeutung hat die Schulmedizin im Vergleich zur sogenannten Alternativmedizin? Wie viel Kritik an Wissenschaft und Politik ist möglich und erlaubt? Und schließlich: Wie ist es möglich, bei dieser Fülle an Meinungen und Informationen den Überblick zu bewahren und eine eigene Position entwickeln zu können? Vor diesem Hintergrund stellt dieser Beitrag die Frage, unter welchen Voraussetzungen sich religiös oder nicht-religiös geprägte Personen für oder gegen Impfungen entscheiden (können) sowie unter welchen Bedingungen ein Gespräch zwischen diesen sich teilweise diametral gegenüberstehenden Positionen und Überzeugungen – also Weltanschauungen – möglich ist.

Wir sind in der heutigen Zeit vielleicht mehr denn je dazu herausgefordert, divergierende Meinungen und Haltungen – sowohl religiöser als auch nicht-religiöser Art - auszuhalten und mit ihnen konstruktiv umzugehen. Zunächst kann festgestellt werden, dass unterschiedlichste Gründe Menschen dazu bewegen können, eine Impfung anzunehmen oder abzulehnen. Die Begriffe „Impfgegner(in)“ und „Impfbefürworter(in)“ sind für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht geeignet, da sie die Vielfalt der Intentionen der Personen, die mit einem dieser Schlagworte benannt werden sollen, nicht ausdrücken können. Die Bandbreite reicht hier nämlich von Menschen, die Angst „vor der Nadel“ haben bis zu jenen, die – direkt oder indirekt – mit Impfschäden konfrontiert wurden. Und auch dazwischen gibt es ein breites Spektrum an Positionen und Zugängen – von fehlender oder mangelhafter Information über begründeten Zweifel bis hin zum Glauben an verschwörungstheoretische Erzählungen.

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