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Frau sein

DISKURS

Frauentag - Die super Sache!

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Warum wollen Influencerinnen am Weltfrauentag nicht unentgeltlich arbeiten? Ur unsuper!

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Warum wollen Influencerinnen am Weltfrauentag nicht unentgeltlich arbeiten? Ur unsuper!

Den Internationalen Frauentag nutzen viele Unternehmen wieder, um sich frauenpolitisch ins rechte Licht zu rücken. Gezielt werden Kampagnen gestartet, die auf diese super Sache hinweisen sollen. Gebraucht werden dafür natürlich Werbeträgerinnen – und wer wäre im Jahr 2021 besser geeignet als Influencerinnen? Ratz, fatz werden zahlreiche Damen mit genügend Reichweite kontaktiert: „Hallo, wir sind super inklusiv und machen ein geiles Projekt. Ultimative Frauenförderung. Machst du mit? Geld gibt’s dafür keines – es geht ja um die super Sache. Tschau, tschau!“ Komisch, dass einige Influencerinnen sich davon gar nicht überzeugen lassen wollten. Immerhin sind Frauen es doch gewohnt, pro bono für die super Sachen im Leben zu arbeiten! Kindererziehung, Alten- und Krankenpflege, Hausarbeit ... Na, offensichtlich ist diesen Influencerinnen nicht wichtig, ein Bewusstsein für die noch häufig geltende soziale Minderwertigkeit von Frauen zu schaffen. Dabei müssten sie doch wissen, wie es sich anfühlt, sich ständig beweisen zu müssen, nicht angemessen entlohnt zu werden oder erst gar nicht richtig ernst genommen zu werden. Und dann wollen die für dieses Instagram-Hobby auch noch Geld haben? Ur unsuper.

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HINWEIS: Die FURCHE-Ausgabe, in der dieser Beitrag erschienen ist, war dem Thema „Frau sein“ gewidmet. Als Einladung zum Perspektivenwechsel wurde bei im Text erwähnten Personengruppen grundsätzlich die weibliche Form verwendet.

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