#Sexueller Missbrauch

Missbrauch in der Kirche

Feuilleton

Frauen-sexualität Ist "dämonisch"

1945 1960 1980 2000 2020

"#Female Pleasure": Der Zugang zum eigenen Körper und zur Sexualität ist für Frauen weltweit weiter ein Tabu, erzählt Regisseurin Barbara Miller.

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"#Female Pleasure": Der Zugang zum eigenen Körper und zur Sexualität ist für Frauen weltweit weiter ein Tabu, erzählt Regisseurin Barbara Miller.

Fünf Lebenswegen von Frauen aus fünf Religionen und Kulturen geht die Schweizer Dokumentarfilmerin Barbara Miller in "#Female Pleasure" nach. Gemeinsam ist ihnen, dass sie über die Diskriminierung des weiblichen Körpers und ihrer Sexualität reden . Und dagegen aufstehen.

DIE FURCHE: Wie sind Sie an Ihre Protagonistinnen, allesamt starke Frauen, gekommen?
Barbara Miller: Ich habe mich dafür interessiert, wie es weltweit den Frauen geht und wo wir in Bezug auf den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität stehen. Da stellte sich für mich die Frage: Wie schaffe ich es, dass ein weltweiter Blick darauf möglich wird? Fünf Weltreligionen oder fünf Weltkulturen, für mich vermischt sich das ja, sollten diesen globalen Blick ermöglichen. So habe ich dort Frauen gesucht, die den Mut haben, dieses Tabu zu brechen und über weibliche Sexualität sprechen. Im Besonderen habe ich nach Frauen gesucht, die den Schritt in die Öffentlichkeit schon gemacht haben. Es war mir wichtig, dass sie sich bewusst sind, dass es bei diesem Thema auch Schwierigkeiten geben kann - Leyla Hussein steht ja unter Polizeischutz; und als ich Deborah Feldman getroffen habe, lebte sie ganz abgelegen, weil sie sich von ihrer Gemeinschaft und ihrer Familie bedroht fühlte.

DIE FURCHE: Sie stellen aber eben nicht nur eine Religion dar, die Frauen erzählen von einem bestimmten kulturellen Umfeld.
Miller: In dem Film geht es überhaupt nicht um den Glauben, der etwas sehr Individuelles ist. Mich hat interessiert, warum der weibliche Körper sündhaft sein soll, warum Frauen, weil sie einen weiblichen Körper haben, das Schlechte in die Welt bringen, sodass sie ihren Körper und ihre Sexualität verstecken. Dann bin ich schon auf die Interpretation der Weltreligionen, wie wir sie heute kennen, gestoßen, dass der weibliche Körper das Dämonische ist, die Sünderin, wie im jüdischen und christlichen Kontext Eva, die durch die Sexualität das Böse gebracht hat. Die Religion hat Tausende von Jahren die Moral und die Gesellschaft bestimmt. Deswegen war die Religion ein interessanter Aspekt. Aber wenn wir das heute anschauen -die Genitalverstümmelung in vielen muslimischen Ländern hat ja nicht in der Religion den Ursprung, wird aber von den Religionsführern gebraucht, die behaupten, das sei ein religiöses Gebot, 200 Millionen Frauen und Mädchen zu verstümmeln. Leyla Hussein setzt ja genau an diesem Punkt an und sagt: Nein