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US-Tageszeitung am Tablet

1945 1960 1980 2000 2020
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Zeitungsunternehmen finden neue Wege zu den Abonnenten. Gratis-Angebot im Internet wird eingeschränkt, Inhalt wird schrittweise kostenpflichtig.

In Wien prallten Welten aufeinander: Nahezu eintausend Verleger und Chefredakteure hatten sich vorige Woche in Österreich zum jährlich Weltkongress der Zeitungen getroffen. Und am Internet schieden sich - einmal mehr - die Geister, wiewohl auch Hoffnung für eine von mehrfachen Krisen gebeutelte Branche aufkam.

Auf die grundsätzliche Frage, ob denn die von Medienunternehmen hergestellten Inhalte - von manchen content gerufen - im Internet unentgeltlich verfügbar sein sollten, kamen aus Moskau und aus New York unterschiedliche Antworten. Ein Chefredakteur aus Moskau sprach sich gegen sogenannte Bezahlschranken - irreführender Branchenname: paywall - aus. Wissen sei Macht, und wenn gute Zeitungen die Informationen und dieses Wissen im Netz nur gegen Entgelt anböten, dann sei dies kein Dienst an der Demokratie. Ähnlich äußerte sich ein italienischer Kollege. In seinem Land hätten vor einigen Jahren noch sechs von sechzig Millionen Menschen eine Tageszeitung gelesen, heute nur mehr fünf Millionen. Gäbe es nicht das Internet und die dort gratis verbreiteten Nachrichten zur Innenpolitik, hätten nicht ausreichend Menschen von den Volksabstimmungen erfahren, was diese dann wegen geringer Beteiligung unwirksam gemacht hätte.

Erfolgreiches Modell der New York Times

Die Verleger in Ländern mit einer hohen Reichweite der Tageszeitungen, darunter jene Österreichs, blicken mit Interesse auf die ersten Schritte der New York Times in die neue Ära des Bezahlens für Zeitungsinhalte, die über das Internet bezogen werden. Nach eineinhalb Jahren umfangreicher Vorbereitung führte die Times Modelle des Bezahlens für Zugänge ein.Wer mehr als 20 Artikel pro Monat lesen und Zugang zum gesamten Inhalt über mobiles Telefon oder via Tablet haben wolle, konnte wählen : 15 US-Dollar für vier Wochen Zugang zu NYTimes.com und ein App für das mobile Telefon; 20 US-Dollar für vier Wochen Zugang zu NYTimes.com und ein App für das iPad; und schließlich 35 US-Dollar beides zusammen. Die Zeitung hat derzeit eine Million digitaler Abonnenten: 750.000 waren Abonnenten der Print-Ausgabe, welche die neuen Angebote nutzen wollten, rund 250.000 sind neue Online-Abonnenten.

Eine starke Aufwärtsentwicklung lässt die Marktforschung in den USA für Smartphones und für Tablets erwarten. Einer Umfrage zufolge (Harris Poll, Juli 2011) besitzen neun Prozent der US-Bürger bereits ein Tablet, weitere 15 Prozent wollen noch heuer eines kaufen, berichtete Douglas Griffen, Autor der Studie, in Wien. Die hochauflösenden Bildschirme sowie Leichtigkeit und Kompaktheit von Geräten wie iPad und Tablet lasse die Nutzung dieser mobilen Plattformen weiter ansteigen. Die Tages- zeitungen müssten ihre Angebote dafür aber anders aufbereiten, rät Zeitungsdesigner Mario Garcia. Das iPad und Tablet seien kein Ersatz für die Tageszeitungen, würden abends genutzt werden - und man müsse dem Zeigefinger Möglichkeiten bieten, am Schirm etwas zu bewegen.

Zeitungsunternehmen finden neue Wege zu den Abonnenten. Gratis-Angebot im Internet wird eingeschränkt, Inhalt wird schrittweise kostenpflichtig.

In Wien prallten Welten aufeinander: Nahezu eintausend Verleger und Chefredakteure hatten sich vorige Woche in Österreich zum jährlich Weltkongress der Zeitungen getroffen. Und am Internet schieden sich - einmal mehr - die Geister, wiewohl auch Hoffnung für eine von mehrfachen Krisen gebeutelte Branche aufkam.

Auf die grundsätzliche Frage, ob denn die von Medienunternehmen hergestellten Inhalte - von manchen content gerufen - im Internet unentgeltlich verfügbar sein sollten, kamen aus Moskau und aus New York unterschiedliche Antworten. Ein Chefredakteur aus Moskau sprach sich gegen sogenannte Bezahlschranken - irreführender Branchenname: paywall - aus. Wissen sei Macht, und wenn gute Zeitungen die Informationen und dieses Wissen im Netz nur gegen Entgelt anböten, dann sei dies kein Dienst an der Demokratie. Ähnlich äußerte sich ein italienischer Kollege. In seinem Land hätten vor einigen Jahren noch sechs von sechzig Millionen Menschen eine Tageszeitung gelesen, heute nur mehr fünf Millionen. Gäbe es nicht das Internet und die dort gratis verbreiteten Nachrichten zur Innenpolitik, hätten nicht ausreichend Menschen von den Volksabstimmungen erfahren, was diese dann wegen geringer Beteiligung unwirksam gemacht hätte.

Erfolgreiches Modell der New York Times

Die Verleger in Ländern mit einer hohen Reichweite der Tageszeitungen, darunter jene Österreichs, blicken mit Interesse auf die ersten Schritte der New York Times in die neue Ära des Bezahlens für Zeitungsinhalte, die über das Internet bezogen werden. Nach eineinhalb Jahren umfangreicher Vorbereitung führte die Times Modelle des Bezahlens für Zugänge ein.Wer mehr als 20 Artikel pro Monat lesen und Zugang zum gesamten Inhalt über mobiles Telefon oder via Tablet haben wolle, konnte wählen : 15 US-Dollar für vier Wochen Zugang zu NYTimes.com und ein App für das mobile Telefon; 20 US-Dollar für vier Wochen Zugang zu NYTimes.com und ein App für das iPad; und schließlich 35 US-Dollar beides zusammen. Die Zeitung hat derzeit eine Million digitaler Abonnenten: 750.000 waren Abonnenten der Print-Ausgabe, welche die neuen Angebote nutzen wollten, rund 250.000 sind neue Online-Abonnenten.

Eine starke Aufwärtsentwicklung lässt die Marktforschung in den USA für Smartphones und für Tablets erwarten. Einer Umfrage zufolge (Harris Poll, Juli 2011) besitzen neun Prozent der US-Bürger bereits ein Tablet, weitere 15 Prozent wollen noch heuer eines kaufen, berichtete Douglas Griffen, Autor der Studie, in Wien. Die hochauflösenden Bildschirme sowie Leichtigkeit und Kompaktheit von Geräten wie iPad und Tablet lasse die Nutzung dieser mobilen Plattformen weiter ansteigen. Die Tages- zeitungen müssten ihre Angebote dafür aber anders aufbereiten, rät Zeitungsdesigner Mario Garcia. Das iPad und Tablet seien kein Ersatz für die Tageszeitungen, würden abends genutzt werden - und man müsse dem Zeigefinger Möglichkeiten bieten, am Schirm etwas zu bewegen.