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Politik

EIN BREXIT ZUR BESINNUNG

1945 1960 1980 2000 2020
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Nun ist also auch die letzte Station der Brexit-Passion abgeschlossen. Theresa May ist mit faktisch leeren Händen von ihrer peinlichen Nachverhandlungsposse nach Hause zurückgekehrt und man kann zumindest ein perverses Schauspiel für abgeschlossen betrachten: Die herablassende Bittstellerei der britischen Regierung, immer drauf bedacht, das eigene Empire-Größenselbst zu hätscheln und die EU wie einen Fußabstreifer zu behandeln.

Was nun? Zu sagen, dass nun der einzige Weg der Briten in die Arme der EU zurückführen würde, wie manche Kommentatoren behaupten, wäre falsch. Sowohl im Parlament als auch in der britischen Bevölkerung sind immer noch bis zu 50 Prozent für einen Brexit, wenn auch nicht für den May-Plan. Schon drohen die Brexiteers mit dem Aufstand auf den Straßen, falls die Regierung die Weichen Richtung EU zurückstellt.

Damit diese gesellschaftliche Lage in Großbritannien nicht explodiert, bleibt als einzig gangbarer Weg, den Brexit tatsächlich zu versuchen, in welcher Form auch immer. Boris Johnson möge also probieren, die Länder Asiens und Südamerikas zu Handelspartnern machen, die das Britische in der Welt wieder zum Leuchten bringen. Die Sun soll dichten, der harte Brexit, den sie herbeischrieb, habe das Land nicht vor die Hunde gehen lassen. Beide werden scheitern.

Fakten wirken lassen

Der Brexit wird die Briten bis zu 200 Milliarden Pfund kosten, mindestens aber 70. Ökonomisch wird das eine Selbstauslöschung. Er wird eine einstige Weltmacht zu einem Land machen, aus dem die Jungen auswandern -weg von einem Eiland der zornigen Alten. Er könnte die Katholiken und die Protestanten in Nordirland wieder in einen Krieg gegeneinander treiben. Erst aufgrund dieser massiven Schädigungen ist ein Meinungsumschwung erwartbar - und das Erkennen der Lüge und der Dummheit der britischen Elite.

Die erste Dummheit war es, das Volk über etwas entscheiden zu lassen, dessen Konsequenz man selbst nicht abschätzen konnte. Die zweite Dummheit war es, die EU nicht nur nach Außen hin schlecht zu behandeln, sondern diese Entwertung auch noch selbst zu glauben. Die dritte und letztlich fatale Dummheit passiert nun, indem Konservative wie Labour dem Volk die Möglichkeit verwehren wollen, über den Brexit-Vertrag selbst abzustimmen. Nun, da endlich unleugbare Fakten der britischen Institutionen über die Konsequenzen auf dem Tisch liegen.

Dass man bei all dem und in dieser ganzen Zeit so getan hat, als hätte man das Heft des Handelns in der Hand, war das faule Sahnehäubchen über einer von Kopf bis Fuß stinkenden Angelegenheit. Nun ist das Häubchen weggeblasen und es ist Zeit für die Briten, sich über sich selbst klar zu werden und über ihre Stellung in der Welt. Dann wird die Erkenntnis reifen, dass das Realitätsprinzip das Lustprinzip royaler Überlegenheit schlägt. Und umso härter und zerstörerischer schlägt, je länger man der Realität die Achtung verweigert. Und das ist es letztlich, was auch der Rest Europas von den Briten lernen wird.

Nun ist also auch die letzte Station der Brexit-Passion abgeschlossen. Theresa May ist mit faktisch leeren Händen von ihrer peinlichen Nachverhandlungsposse nach Hause zurückgekehrt und man kann zumindest ein perverses Schauspiel für abgeschlossen betrachten: Die herablassende Bittstellerei der britischen Regierung, immer drauf bedacht, das eigene Empire-Größenselbst zu hätscheln und die EU wie einen Fußabstreifer zu behandeln.

Was nun? Zu sagen, dass nun der einzige Weg der Briten in die Arme der EU zurückführen würde, wie manche Kommentatoren behaupten, wäre falsch. Sowohl im Parlament als auch in der britischen Bevölkerung sind immer noch bis zu 50 Prozent für einen Brexit, wenn auch nicht für den May-Plan. Schon drohen die Brexiteers mit dem Aufstand auf den Straßen, falls die Regierung die Weichen Richtung EU zurückstellt.

Damit diese gesellschaftliche Lage in Großbritannien nicht explodiert, bleibt als einzig gangbarer Weg, den Brexit tatsächlich zu versuchen, in welcher Form auch immer. Boris Johnson möge also probieren, die Länder Asiens und Südamerikas zu Handelspartnern machen, die das Britische in der Welt wieder zum Leuchten bringen. Die Sun soll dichten, der harte Brexit, den sie herbeischrieb, habe das Land nicht vor die Hunde gehen lassen. Beide werden scheitern.

Fakten wirken lassen

Der Brexit wird die Briten bis zu 200 Milliarden Pfund kosten, mindestens aber 70. Ökonomisch wird das eine Selbstauslöschung. Er wird eine einstige Weltmacht zu einem Land machen, aus dem die Jungen auswandern -weg von einem Eiland der zornigen Alten. Er könnte die Katholiken und die Protestanten in Nordirland wieder in einen Krieg gegeneinander treiben. Erst aufgrund dieser massiven Schädigungen ist ein Meinungsumschwung erwartbar - und das Erkennen der Lüge und der Dummheit der britischen Elite.

Die erste Dummheit war es, das Volk über etwas entscheiden zu lassen, dessen Konsequenz man selbst nicht abschätzen konnte. Die zweite Dummheit war es, die EU nicht nur nach Außen hin schlecht zu behandeln, sondern diese Entwertung auch noch selbst zu glauben. Die dritte und letztlich fatale Dummheit passiert nun, indem Konservative wie Labour dem Volk die Möglichkeit verwehren wollen, über den Brexit-Vertrag selbst abzustimmen. Nun, da endlich unleugbare Fakten der britischen Institutionen über die Konsequenzen auf dem Tisch liegen.

Dass man bei all dem und in dieser ganzen Zeit so getan hat, als hätte man das Heft des Handelns in der Hand, war das faule Sahnehäubchen über einer von Kopf bis Fuß stinkenden Angelegenheit. Nun ist das Häubchen weggeblasen und es ist Zeit für die Briten, sich über sich selbst klar zu werden und über ihre Stellung in der Welt. Dann wird die Erkenntnis reifen, dass das Realitätsprinzip das Lustprinzip royaler Überlegenheit schlägt. Und umso härter und zerstörerischer schlägt, je länger man der Realität die Achtung verweigert. Und das ist es letztlich, was auch der Rest Europas von den Briten lernen wird.