
Für den Schönheitsdruck sind nicht (nur) die sozialen Medien verantwortlich
Eine Großmutter aus dem Bekanntenkreis, eine schlanke und gepflegte Frau, auf ihr Gewicht hat sie ihr ganzes Leben lang geachtet. Kinder wie Enkelkinder rügte sie stets für jedes neue Kilo auf den Rippen. Und dann kommt die Demenz, die so viel nimmt – auch die Erinnerung an die Pflicht, dünn zu sein. Die Schönheitsideale hat sie schlicht vergessen. Jetzt isst sie, genießt jeden Bissen, ohne Zurückhaltung, ohne schlechtes Gewissen, endlich frei. (Lesen Sie hier einen Artikel über die Hierarchien der guten Körper.)
Im 18. Jahrhundert, als Frauen sich in Korsetts zwängten, die ihre Taillen um bis zu zehn Zentimeter enger schnürten, gab es kein Instagram. In den 1980ern, als Frauen ihre Haare toupierten, bis ihnen die Kopfhaut brannte, gab es kein TikTok.
Die sozialen Medien sind Verstärker für eine beständige Botschaft, die die Autorin Lucy Grealy einst so beschrieb: „Wenn ich mir vorstellte, schön zu sein, dann konnte ich mir nur ein Leben ohne die ständige Angst vorstellen, allein zu bleiben – ohne die große Last der Isolation, die sich hässlich zu fühlen mit sich bringt.“
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