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Das steckt hinter der Nachrichtenvermeidung
Morgens, direkt nach dem Aufwachen, passiert der Griff zum Smartphone. Hier wartet schon der Newsletter eines amerikanischen Politikmagazins: Donald Trump erwägt seinen neuen Feind Elon Musk auszuweisen. Dann erscheint die Eilmeldung einer deutschen Tageszeitung auf dem Handybildschirm: Ein britischer Top-Fußballer ist im Alter von 28 Jahren bei einem Verkehrsunfall verstorben. Kaum sind die ersten Absätze überflogen, ploppt das morgendliche Radio-Nachrichtenjournal auf: Massiver russischer Drohnenbeschuss in der Ukraine und Rekordhitze in Wien. Der Horror der Welt, von Washington bis Kyjiw, direkt ans Bett geliefert – und das noch vor der ersten Tasse Kaffee. Viele Menschen starten so in den Tag – mit Dutzenden Nachrichten, die meisten davon deprimierend. Immer mehr entscheiden sich deshalb für ein Leben ohne Informationsflut. „Nachrichtenvermeidung” nennt sich dieses Verhalten. Manche reduzieren ihren Konsum, andere wenden sich ganz von der Berichterstattung ab. Sie lesen keine Online- oder Print-Zeitung, schauen keine TV-Nachrichten, hören kein Radio. Andere wenden sich von den klassischen Medien ab, und holen sich ihre Informationen stattdessen aus den sozialen Medien. In Österreich trifft das auf jede und jeden Fünften zu, erklärt der Kommunikationswissenschafter Josef Seethaler, Forscher an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
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