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Medien im Krieg

FOKUS
Ukraine_Propaganda - © Foto: APA / AFP / Alexander Nemenov   -  Leonid Pasetschnik, Separatistenführer von  Lugansk, spricht am 13. April 2022 zu Journalisten in der Stadt ­Schtschastja auf einer Fahrt, die vom russischen Militär organisiert wurde.

Medien und Krieg: "Die" Wahrheit gibt es nicht

1945 1960 1980 2000 2020

Die Medienethikerin Claudia Paganini über perspektivische Realitäten im Krieg, die enorme Beschleunigung von Information durch Social Media sowie die Gefahr von Bildern ohne Kontextualisierung.

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Die Medienethikerin Claudia Paganini über perspektivische Realitäten im Krieg, die enorme Beschleunigung von Information durch Social Media sowie die Gefahr von Bildern ohne Kontextualisierung.

Krieg ohne Medien gibt es nicht. Ohne Medien wüsste niemand, was in Charkiw oder in Butscha vor sich ging. Aber auch die Kriegsparteien bedienen sich ihrer. Ein Gespräch mit Claudia Paganini, Professorin für Medienethik an der Philosophischen Hochschule München.

DIE FURCHE: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Dieses Diktum eines US-Senators aus dem Ersten Weltkrieg gilt 100 Jahre später nicht minder. Was bedeutet das für Medien, die ja im Dienst der Wahrheit stehen sollten?
Claudia Paganini: Der Ausspruch, dass sie im Krieg zuerst stirbt, sagt sehr viel da­rüber aus, dass Wahrheit eben auch perspektivisch ist. In der heutigen Zeit sind wir uns dessen stärker bewusst. Nicht nur innerhalb der Wissenschaft vertritt man andere Wahrheitskonzeptionen, die eben unterschiedliche Perspektiven und Blickwinkel zulassen. Auch bei den Medienkonsumenten hat sich eine Sensibilität eingestellt, dass es „die“ Wahrheit als solche vielleicht gar nicht gibt.

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