Mark Zuckerberg - Zu sehen ist Meta-Chef und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Publikum eines MMA-Fights. Zuckerberg lacht und klatscht in die Hände, im Vordergrund ist verschwommen ein Teil des Kampfes zu sehen. - © Foto: Getty Images / Sean M. Haffey
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„Careless People“: Die Menschen hinter Facebook

Sarah Wynn-Williams war sechs Jahre lang bei Facebook für globale Beziehungen zuständig. Ihr Urteil über Mark Zuckerberg? Er sei ein Opportunist – und unvorsichtig.

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Das „Kleine Rote Buch“ von Facebook hatte knapp 150 Seiten. Als die Social-Media-Plattform 2012 die Eine-Milliarde-Nutzermarke knackte, drohte mit dem schnellen Wachstum die Vision dahinter verloren zu gehen. Und so digital das Unternehmen auch ist, den Leitgedanken hinter Facebook wollte man dann doch auf Papier festhalten. Heute existieren nur noch wenige Exemplare, die mitunter auf Ebay verkauft werden.

Das kleine Büchlein orientiert sich im Aufbau stark an dem maoistischen Vorbild, zwischen Fotos und Zitaten finden sich die Grundprinzipien von Firmenchef Mark Zuckerberg: „Facebook wurde ursprünglich nicht als Unternehmen gegründet. Es wurde geschaffen, um eine soziale Mission zu erfüllen - die Welt offener und verbundener zu machen.“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten glauben, mit ihrer Arbeit die Welt zu verändern. Für Sarah Wynn-Williams ist das Buch symbolisch für die Großspurigkeit von Zuckerberg.

Aus der Diplomatie zu Facebook

Die Neuseeländerin war Botschaftsmitarbeiterin, als sie sich 2009 immer mehr für die Plattform interessierte. Sie erkannte, wie wichtig ein solches soziales Netzwerk in der globalen Politik werden würde - und versuchte, auch die Führungsriege des Unternehmens davon zu überzeugen, diese politische Macht ernst zu nehmen. Es sollte zwei weitere Jahre dauern, bis sie eingestellt wurde. Sie steigt bis zum Global Public Policy Director auf, bevor sie 2017 entlassen wird. Facebook zufolge für „schlechte Leistungen und toxisches Verhalten“, Wynn-Williams vermutet hingegen eine Vergeltungsmaßnahme dafür, dass sie ihren Vorgesetzten Joel Kaplan wegen sexueller Belästigung meldete. Kaplan ist heute President of Global Affairs bei Meta, wie Facebook seit 2021 heißt.

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