Künstliche Intelligenz - © Foto: Pixabay

Ethische IT: Eine Frage der Ehre

1945 1960 1980 2000 2020

Unsere Autorin hat kürzlich den ersten globalen Standard für ethisches IT-Design (IEEE7000) präsentiert. Warum digitale Zukunft nicht dystopisch sein muss. Ein hoffnungsvoller Ausblick.

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Unsere Autorin hat kürzlich den ersten globalen Standard für ethisches IT-Design (IEEE7000) präsentiert. Warum digitale Zukunft nicht dystopisch sein muss. Ein hoffnungsvoller Ausblick.

Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb Simone Weil: „Das imaginäre Böse ist romantisch und vielfältig; das reale Böse ist düster, eintönig, öde und langweilig. Das imaginäre Gute ist langweilig; das echte Gute ist immer neu, wunderbar, berauschend.“

Ein Beispiel für das imaginäre Böse ist unsere in Filmen, Serien, Sachbüchern, Schulbüchern, Romanen, Museen und Zeitungen allgegenwärtig aufgearbeitete Zukunft, die wir angeblich unausweichlich erleben werden als umgeben von sogenannten „Künstlichen Intelligenzen“ (KI). Humanoide Roboter begegnen uns da, gechippte ferngesteuerte Menschen, Drohnen, etc. Fasziniert und erschrocken von dieser romantisch dystopischen KI-Zukunft, haben über 80 Institutionen und Expertengruppen weltweit in den letzten fünf Jahren Listen mit Grundwerten erstellt, die diese künftigen IT Systeme bitte respektieren sollten. Einige prominente Beispiele für solche Wertelisten sind die der OECD und der Europäischen Kommission. Letztere berief sogar eine hochrangige KI- Expertengruppe aus ganz Europa ein, die nach monatelanger Arbeit in Brüssel zu dem Schluss kam, dass beim Einsatz von KI in Zukunft die menschliche Oberaufsicht, Sicherheit, Privatsphäre, Transparenz und Fairness bewahrt werden sollen. Ich möchte die Wichtigkeit und die Gutherzigkeit dieser Auseinandersetzung mit dem imaginierten potenziellen Bösen in unserer vermeintlichen KI-Zukunft nicht in Frage stellen. Aber zwei Dinge sind doch auffällig.

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