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Gut beraten

Kaum jemand kann sich die eigenen vier Wände ohne Kredit leisten. Die Raiffeisenbanken bieten ausführliche Beratung.

Der Termin für den Einzug rückt näher: Das Haus steht, die Wände sind gestrichen, die Möbel geliefert - dem Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden steht nun nichts mehr im Weg.

Ohne den richtigen Finanzierungsplan kommt man allerdings gar nicht erst so weit. Denn kaum jemand hat genug Geld auf dem Sparbuch, um sich ohne Fremdfinanzierung eine Wohnung oder ein Haus leisten zu können. Dabei sollte man jedoch nichts überstürzen. Denn der Geldbedarf ist meist groß, die Laufzeit entsprechend lang. "Und den Onkel aus Amerika, von dem man plötzlich Geld erbt, gibt es ziemlich selten", bedauert Julian Robor, Produktverantwortlicher für Privatkredite bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien.

"Zu allererst sollte man sich darüber klar werden, ob man sich das, was man sich leisten will, auch wirklich leisten kann", appelliert der Berater an die Bankkunden. "Mehr als 30 bis 35 Prozent des monatlichen Einkommens sollten nicht für Kreditrückzahlungen ausgegeben werden." Zudem sei es sinnvoll, über Eigenmittel in Höhe von mindestens 20 Prozent der geplanten Kosten für das Eigenheim zu verfügen.

Das Einfachste der Welt

"Grundsätzlich ist ja ein Kredit das Einfachste der Welt", betont Robor. "Man bekommt Geld und gibt dafür Zinsen." Allerdings sei es eine einschneidende Entscheidung, ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben. "Daher legen wir Wert auf offene, klare Beratung, um die Situation mit dem Kunden gemeinsam in den Griff zu bekommen. Unser Ziel ist es, die beste Beraterbank zu sein."

Eine entscheidende Rolle spiele in diesen gemeinsamen Überlegungen die Laufzeit des Darlehens: "Man sollte keinen Kredit über eine Laufzeit aufnehmen, die länger ist als die Lebensdauer des gekauften Objekts." Bei einem Haus oder einer Wohnung rät Robor dazu, zwanzig Jahre nicht zu überschreiten.

Ebenso wie die Laufzeit lassen sich auch die Raten individuell aushandeln. Ob er monatliche, halbjährliche oder jährliche Zahlungen leistet, hängt von den Bedürfnissen und Wünschen des jeweiligen Kunden ab. So kann auch eine tilgungsfreie Zeit vereinbart werden, in der nur Zinsen gezahlt werden und das aufgenommene Kapital stehen bleibt. "Wenn man diese Tilgungsfreiheit gleich für den Beginn vereinbart, kann sie bei uns in Niederösterreich und Wien sogar bis zu 15 Jahre dauern." Vor allem für die Zeit der Bauphase, in der die finanziellen Belastungen durch die Bautätigkeit höher sind, sei diese Form der Kreditvereinbarung empfehlenswert. Beim endfälligen Darlehen ist es sogar möglich, während der gesamten Laufzeit nur die Zinsen zu zahlen und die Darlehenssumme erst am vereinbarten Ende zu tilgen.

Flexibel für den Kunden

Neben der Laufzeit können auch unterschiedliche Zinssätze vereinbart werden, je nachdem, was am besten ins persönliche Konzept des Kunden passt. Robor: "Es kann etwa für die gesamte Zeit ein variabler Zinssatz vereinbart werden, aber auch ein fixer Zinssatz für eine bestimmte Dauer, zum Beispiel für die ersten drei Jahre."

Wer das Risiko nicht scheut, kann auch einen Fremdwährungskredit in Betracht ziehen, bei dem die niedrigere Verzinsung einer anderen Währung als des Euro genutzt wird. Dadurch ist die Rückzahlung geringer als bei einem Euro-Kredit. Derzeit würden sich vor allem der japanische Yen, der Schweizer Franken oder US-Dollar anbieten. "Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich durch die Währungsschwankungen der Zinssatz auch zu Ungunsten des Kreditnehmers verändern kann", betont Robor. "Wem Sicherheit wichtig ist, der sollte lieber die konservativere Variante des Kredits in Euro wählen." Vor allem, wenn man neben dem Kredit auch noch ein Bauspardarlehen zur Verfügung habe, ergebe sich aus der Kombination mit einem günstigen Kredit ein Mischzinssatz, der nicht mehr viel höher sei als bei einem Fremdwährungskredit. "Der Vorteil ist aber, dass eben das Risiko wegfällt."

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