Staatsbürgerschaft: Vom Wert eines höheren Gutes

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Wird der österreichische Pass entwertet, wenn man ihn leichter erhält? Ein Gastkommentar mit drei Gründen, die dagegensprechen.

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Wird der österreichische Pass entwertet, wenn man ihn leichter erhält? Ein Gastkommentar mit drei Gründen, die dagegensprechen.

In den letzten Tagen hat Österreich eine hitzige Debatte über das Staatsbürgerschaftsrecht erlebt. Angestoßen wurde diese Debatte durch einen Vorschlag der SPÖ, gewisse Kriterien für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu liberalisieren. Der Vorschlag der SPÖ beinhaltet drei Kernelemente: Zum einen sieht er vor, dass Kinder, die in Österreich geboren wurden, die österreichische Staatsbürgerschaft bei der Geburt automatisch bekommen sollten, wenn zumindest ein Elternteil fünf Jahre legal und unbescholten im Bundesgebiet lebt. Darüber hinaus sollten die finanziellen Hürden für die Einbürgerung gesenkt werden, damit Menschen, die alle andere Kriterien erfüllen, aber nur über ein geringes Einkommen verfügen, dennoch eine Chance auf die österreichische Staatsbürgerschaft haben. Letztlich sollte die Mindestaufenthaltsdauer für die Beantragung der Staatsbürgerschaft für alle von zehn auf sechs Jahre gesenkt werden, wie es schon bei bevorzugten Kategorien von Einwanderern (z. B. EU-Bürgern) der Fall ist.

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