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Politik

Jenseits von Haß & Rache

1945 1960 1980 2000 2020
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Es ist nicht leicht für die KFOR-Soldaten im Kosovo, Serben und Albaner auseinanderzuhalten und einigermaßen für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Die blutigen Zusammenstöße, wie zuletzt in der Ortschaft Istok, häufen sich: Sechs Serben hatten dort keine Chance, der albanischen Rache zu entkommen. Die spanische Schutztruppe und das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren hilflos.

Werden Haß und Gewalt, Vernichtung und Vergeltung auf diesem Flecken Erde jemals aufhören?

Im Moment ist das schwer vorstellbar. Auch deshalb, weil immer mehr grausige Details über Massaker an der albanischen Bevölkerung ans Licht kommen. Berichte, die die Serben weiter satanisieren und die Rachegefühle der Albaner anheizen werden: Die sieben Skelette in einem Massengrab sind sicher nicht der letzte Beweis für den furchtbaren Vernichtungsrausch einer barbarischen Soldateska. Nach britischen Angaben waren es sieben Buben und Mädchen im Alter von vier bis zwölf Jahren, die ebenfalls keine Chance auf Schonung, auf ein Entkommen hatten. Sie wurden auch "erledigt". Durch Kopfschüsse aus nächster Nähe ...

Juristen, Diplomaten und Wirtschaftsfachleute werden mehr oder weniger zukunftsträchtige politische Konstruktionen und wirtschaftliche Neuorganisationen für den Kosovo ausverhandeln. Sie werden das Land befrieden und stabilisieren. Vielleicht haben NATO-Bomben die Serben sogar dazu gebracht, sich wieder zu besinnen. Trotzdem - bis der Gedanke an Versöhnung und ein Zusammenleben in dieser Region Europas wieder aufflackern kann, werden noch Jahrzehnte vergehen.

Derzeit können die geschockten, zerstörten und apathischen Menschen nicht bewußt nach vorne schauen. Der Gedanke an das Geschehen, an die Angehörigen, an ein Dach über dem Kopf, etwas zum Schlafen und zum Essen wird sie noch geraume Zeit beherrschen. Alles andere ist sekundär.

Trotzdem darf sich die Hilfe nicht darauf beschränken, Schäden zu bezahlen und politische Aufbauarbeit zu leisten. Der Kosovo braucht ebenso dringend (psychologisch-soziologische) Unterstützung beim Abbau von Haß- und Rachegefühlen. Nur dann ist es möglich, die Spirale der gegenseitigen Vernichtung auch endgültig zu durchbrechen.

Es ist nicht leicht für die KFOR-Soldaten im Kosovo, Serben und Albaner auseinanderzuhalten und einigermaßen für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Die blutigen Zusammenstöße, wie zuletzt in der Ortschaft Istok, häufen sich: Sechs Serben hatten dort keine Chance, der albanischen Rache zu entkommen. Die spanische Schutztruppe und das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren hilflos.

Werden Haß und Gewalt, Vernichtung und Vergeltung auf diesem Flecken Erde jemals aufhören?

Im Moment ist das schwer vorstellbar. Auch deshalb, weil immer mehr grausige Details über Massaker an der albanischen Bevölkerung ans Licht kommen. Berichte, die die Serben weiter satanisieren und die Rachegefühle der Albaner anheizen werden: Die sieben Skelette in einem Massengrab sind sicher nicht der letzte Beweis für den furchtbaren Vernichtungsrausch einer barbarischen Soldateska. Nach britischen Angaben waren es sieben Buben und Mädchen im Alter von vier bis zwölf Jahren, die ebenfalls keine Chance auf Schonung, auf ein Entkommen hatten. Sie wurden auch "erledigt". Durch Kopfschüsse aus nächster Nähe ...

Juristen, Diplomaten und Wirtschaftsfachleute werden mehr oder weniger zukunftsträchtige politische Konstruktionen und wirtschaftliche Neuorganisationen für den Kosovo ausverhandeln. Sie werden das Land befrieden und stabilisieren. Vielleicht haben NATO-Bomben die Serben sogar dazu gebracht, sich wieder zu besinnen. Trotzdem - bis der Gedanke an Versöhnung und ein Zusammenleben in dieser Region Europas wieder aufflackern kann, werden noch Jahrzehnte vergehen.

Derzeit können die geschockten, zerstörten und apathischen Menschen nicht bewußt nach vorne schauen. Der Gedanke an das Geschehen, an die Angehörigen, an ein Dach über dem Kopf, etwas zum Schlafen und zum Essen wird sie noch geraume Zeit beherrschen. Alles andere ist sekundär.

Trotzdem darf sich die Hilfe nicht darauf beschränken, Schäden zu bezahlen und politische Aufbauarbeit zu leisten. Der Kosovo braucht ebenso dringend (psychologisch-soziologische) Unterstützung beim Abbau von Haß- und Rachegefühlen. Nur dann ist es möglich, die Spirale der gegenseitigen Vernichtung auch endgültig zu durchbrechen.