Eva Blimlinger - Eva Blimlinger sitzt an einem Tisch, hinter ihr sind eine weiße Wand und eine hellgrüne Wand zu sehen. Sie hat den rechten Arm am Tisch abgestützt und blickt nach links. Sie trägt eine bunt gemusterte Jacke und eine schwarze Bluse. In ihren Haaren steckt eine schwarze Brille. - © Foto: Viktoria Kapp

Eva Blimlinger: „Frauen überholen Männer zurecht“

Wirklich unabhängig sind Frauen nur, wenn sie ihr eigenes Geld verdienen. Das sagt die ehemalige grüne Abgeordnete und Historikerin Eva Blimlinger. Einer möglichen FPÖ-Regierung traut sie zu, die Gleichberechtigung zu untergraben, etwa durch eine Kinderprämie.

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Eva Blimlinger erinnert sich gut an den Moment, als die Frau dem Mann laut Gesetz nicht mehr „untertan“ war. Die ehemalige grüne Nationalratsabgeordnete setzt sich zeitlebens für Frauenrechte ein, etwa als Gleichbehandlungsbeauftragte der österreichischen Rektorenkonferenz. Mit der FURCHE sprach sie über Wahlfreiheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und „benachteiligte“ Burschen.

DIE FURCHE: Sind Sie Feministin?
Eva Blimlinger:
Selbstverständlich, schon seit meiner Schulzeit. Geprägt hat mich meine Klassenvorständin Fritzi Stiedl. Wir Schülerinnen in einem wirtschaftskundlichen Zweig meinten, dass eine Frau zuhause bleiben soll, wenn sie das will. Unsere Lehrerin konterte: Wenn ich finanziell abhängig bin und mein Mann mich verlässt, stehe ich allein und ohne Berufsausbildung da. Echte Wahlfreiheit gibt es nicht.

DIE FURCHE: Wie nahe sind wir an einer gleichberechtigten Gesellschaft?
Blimlinger:
In Mitteleuropa sind wir in manchen Bereichen schon weit. Mehr als die Hälfte der Studierenden ist weiblich, 1980 war es ein Viertel. Bei den Professorinnen sind es aber nur 30 Prozent, wobei es 1991, als ich Gleichbehandlungsbeauftragte in der österreichischen Rektorenkonferenz wurde, nur 1,9 Prozent waren. Bei der katastrophalen Ausgangssituation ist das eine gute Entwicklung. Am Ziel sind wir aber noch lange nicht.

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