Antisemitismus
DISKURSKaroline Preisler über Pro-Palästina-Demos, Dummheit und konstruktiven Streit
Obwohl fremd in der Stadt, war für Karoline Preisler hier in Wien doch so manches wie gewohnt. Mit Megaphon und „Zionism is Fascism“-Plakaten postierte sich eine kleine Gruppe vor dem Theater Walfischgasse nahe der Wiener Oper. Hier sollte die deutsche Aktivistin und FDP-Politikerin am Dienstagabend vom Thinktank Mena-Watch im Rahmen des Arik-Brauer-Publizistikpreises 2025 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet werden – neben ORF-Israel-Korrespondent Nikolaus Wildner und dem Schriftsteller Karl-Markus Gauß (lesen Sie hier die Laudatio von Peter Huemer auf Gauß).
Was tat Preisler angesichts der lautstarken Demonstranten? Sie nahm sich kurzerhand eine Israelflagge und postierte sich stumm gegenüber – ähnlich wie bei den Großprotesten in Berlin. Was treibt sie bei alldem an? Wie geht sie mit Attacken um? Und wo verläuft für sie die Grenze zwischen legitimer Israel-Kritik und Antisemitismus? DIE FURCHE hat mit ihr im Vorfeld der Preisverleihung gesprochen.
DIE FURCHE: Frau Preisler, seit dem 7. Oktober 2023 haben Sie an zahllosen „Pro-Palästina-Demonstrationen“ teilgenommen – abseits und allein, mit einem Blumenstrauß in der einen Hand und einem Schild mit Fotos von israelischen Geiseln oder dem Satz: „Rape is not Resistance“ in der anderen. Warum?
Karoline Preisler: Ich halte es für wichtig, dass blinde Flecken beleuchtet werden. Und in der Debatte zum Nahen Osten, die geführt werden muss, weil es dort am 7. Oktober 2023 einen Überfall der Hamas auf Israel gab, wird zwar sehr viel besprochen, aber auch sehr viel nicht – unter anderem, dass Menschen lange Zeit entführt wurden und bis heute tote Körper als Geiseln in Gaza gehalten werden.
Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.
In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart. Zu jedem Artikel finden Sie weitere Beiträge, die den Blickwinkel inhaltlich erweitern und historisch vertiefen. Dafür digitalisieren wir die FURCHE zurück bis zum Gründungsjahr 1945 - wir beginnen mit dem gesamten Content der letzten 20 Jahre Entdecken Sie hier in Kürze Texte von FURCHE-Autorinnen und -Autoren wie Friedrich Heer, Thomas Bernhard, Hilde Spiel, Kardinal König, Hubert Feichtlbauer, Elfriede Jelinek oder Josef Hader!








































































.jpg)























