Am 12. September 1683, bei der Befreiung Wiens von der zweiten Türkenbelagerung, ist auch viel polnisches Blut geflossen, woran noch kein repräsentatives Denkmal erinnert. Ein Jahr vor der 300-Jahr-Feier sei darauf angesichts der Lage in Polen und der halbherzigen Aufnahme polnischer Flüchtlinge hingewiesen.
Über die in den Alpenländern bis in das erste Viertel unseres Jahrhunderts betriebene Flößerei und Trift ist bisher nur wenig geschrieben worden. Umso dankenswerter vermerken wir das Erscheinen dieser „Handwerksfibel Flößerei und Trift“.In diesem hervorragenden kleinen Büchlein hat der Autor alles Wissenswerte über die befahrenen Wasserstraßen und die landschaftlichen Eigenheiten der deutschen, österreichischen und schweizerischen Alpen einschließlich der Karpaten mit großer Sachkenntnis zusammengetragen. Zugleich finden wir hier auch eine genaue Beschreibung
In Christian Schölnast hat nun auch die Süd- und Oststeiermark einen gewissenhaften und begabten Schilderer des noch einfachen alten bäuerlichen Lebens und Arbeitens der letzten hundert Jahre gefunden. Sein Buch ist eine wertvolle volkskundliche Beschreibung des einstigen ländlichen Bauens, Wohnens, Heimwerkens und des bodenständigen Brauchtums.Viel Wissenswertes, das längst vergessen war, erfahren wir hier aus erster Hand, denn Christian Schölnast ist nicht nur gebürtiger Ost-steiermärker, sondern verbrachte dort bereits sein ganzes Leben; in jungen Jahren als Störschuster und
Der Name Allgäu hat für viele einen verführerischen Klang: ein geographischer Landschaftsbegriff, mit welchem die Gegend zwischen Lech, den Alpen und dem Bodensee gemeint ist, der sich durch einen besonderen Reichtum an Natur-, Bau- und Kunstbesonderheiten auszeichnet. Bewohnt von Schwaben, welche überwiegend Weidewirtschaft betreiben, ist das Allgäu seit langem ein Geheimtip für Kenner.Etwas vom Zauber dieses Fleckchens Erde versucht uns der Büdband „Allgäu" zu vermitteln. Ganzseitige Farbfotos zeigen Beispiele aus den Schönheiten dieses Landes; von den verträumten grünen
Erker, die einst auch das Stadtbild Wiens entscheidend geprägt haben, sind heute fast vergessen. Auch die restlichen, noch erhalten gebliebenen, werden weder beachtet noch gewürdigt. Sogar die Kunstgeschichte schweigt noch immer über dię Vielfalt, und Pracht der vielen Erkęr, die es irį Wien vom Mittelalter bis in die Neuzeit gegeben hat.Dabei genügt ein kurzer Spaziergang durch die Innenstadt, um noch heute, nach so vielen Zerstörungen, Amputationen und Umbauten noch etliche dieser malerischen Baudetails zu entdecken. Das älteste Exemplar ist ein Flacherker auf Steinkonsolen aus der
In der Holzarchitektur zählt die Pfahlbauweise zur ältesten und urtümlichsten aller überlieferten Bautechniken. Zu den Restbeständen dieser archaischen Bauart gehören Pfostenspeicher, Pfostenscheunen und Pfostenstadel, die heute nur noch in wenigen Gebirgstälern zu finden sind, Bauten, die auf Holzsäulen gestellt sich über dem Erdboden erheben, wie etwa die noch erhaltenen Kornspeicher der Schweiz und einige wenige in Südtirol, im Aostatal, in Hochsa-voyen und im Böhmerwald.Am wenigsten bekannt und gewürdigt waren bisher die österreichischen Pfostenspeicher und Pfostenscheunen,
Gott offenbart sich anders in der Stadt, anders auf dem Land. Während der Stadtmensch nur selten zufrieden ist und stets alles errennen möchte, verrichtet der im Einklang mit der Natur lebende Bauer seine Arbeit mit Bedacht und Erwartung. Noch immer verläuft das ländliche Jahr trotz ständigen Drucks aus der Industriegesellschaft im Rhythmus der Jahreszeiten.Das Mysterium der Geburt Christi, erstmals vom heiligen Franziskus in der Umgebung von Assisi zum besseren Verständnis und zur Erbauung der Menschen nachgespielt, bewirkte in der Folge die Entstehung einer wahren Flut von
Wer mit offenen Augen die Alpenorte durchstreift, stößt immer wieder auf bemalte hölzerne Scheiben verschiedener Größe, die Giebel, Häuserwände und Scheunen, Bauern- und Gasthofstuben zieren. Es sind Zielscheiben, die sich, mit dem im 15. Jahrhundert aufgekommenen Büchsenschießen, welches das Armbrustschießen zu verdrängen begann, bei Wettschießen immer größter Beliebtheit erfreuten und in den Alpenländern bald zu einer eigenen Sparte der Volkskunst und Volkskultur entwik- kelten. Zuerst dürften diese vorwiegend runden Scheiben, auf die man zielte, einfache Faßböden gewesen
Uber den Anlaß der kürzlich in Maria Luggau stattgefundenen Mühlenfeier mögen uns vorerst folgende Verse eines dort vorgetragenen Gedichtes Auskunft geben:In die leschtn Jahr ham mir, wie berichtet die .Luggauermühlen schean hergerichtet.Des war das Wichtigste von alln, sischt warnt se uns wohl zsammeg- falln.Und zum Schluß hieß es dann:Mir dankn allen fleißgn Händn, de gholfen hant, es zu vollenden, und de mit Arbat und mit Gabn so selbstlos mitgeholfn habn.Das Lesachtal war früher seiner vielen mit Wasserkraft betriebenen Mühlen wegen weit bekannt. Jeder Hof besaß seine eigene
„Hoch über allem steht die Welt des Bergbauernlande’s mit ihren ewigen Gesetzen. Eines dieser Gesetze heißt daß man der Natur keine Gewalt antun darf, daß man dankbar und ehrfürchtig in ihr und mit ihr leben soll - denn die Natur ist von Gott” Dies lesen wir in dem mit großer Sachkenntnis von Josef Rampold (Text) und Wenzel Fischer (Bilder) gestalteten Buch „Südtirol, Land der Bergbauern”. Das mittlerweile in zweiter Auflage vorliegende Werk ist ein Loblied auf das noch immer unverloren gebliebene Paradies der Berge, schildert ausführlich und liebevoll sämtliche
Das übers Murtal blickende Kirchlein des Weilers St. Benedikten unweit der Stadt Knittelfeld bewahrt in seinem Inneren neben vielen kunsthistorisch bedeutenden Werken auch noch ein volkskundlich hochinteressantes Relikt, das seit Jahrhunderten immer zu Sommerbeginn im Mittelpunkt einer nicht alltäglichen Brauchtumsveranstaltung steht: die Pestkerze.
Heute, in einer Zeit, da viele Tra-ditianen bereits zusammengebrochen sind, erfährt die Volkskunde eine immer größere Beachtung und völlig neue Bewertung. Aus Teilen einer bisher unveröffentlichten Kulturgeschichte Bayerns, geschrieben von Franziska Hager, und den neuesten vclkskundlichen Nachforschungen von Hans Heyn, Jährgang 1922, entstand ein überaus interessantes und eigenwilliges volkskundliches Buch: „Drudenhax und Alleluj awasser, Volksbrauch im Jahreslauf.“ Franziska Hager, geboren 1874, gestorben 1960, konnte noch vieles aus persönlichem Erlebnis und den Begegnungen mit
Daß der Glaube auch von der Phantasie gespeist sein will, beweisen die vielen Wandfresken, Skulp-■ turen, Flügelaltäre und Bilder in unseren Kirchen. Auf Bilderzyklen, der Biblia pauperum, findet man dort die ganze Heilslehre veranschaulicht. Dem gleichen Zwecke dienten auch die Kult- und Mysterienspiele des Mittelalters. Aus der Verschmelzung beider entstand eine neue Form, gewissermaßen ein unbelebtes Theater, die Krippe. Manche wollen in der Weihnachtsfeier des heiligen Franz von Assisi, von ihm inmitten von Tieren in einem Stall bei Greccio veranstaltet, die Geburtsstunde der
Genau betrachtet, existierte die Hauptstadt Polens nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Warschau wurde nicht durch Kriegsereignisse zerstört, sondern sie wurde nach dem Volksaufstand vom 1. August 1944 durch nazistische Sprengkommandos regelrecht ausradiert.Und was ist heute, dreißig Jahre danach, aus dieser Stadt geworden?
Vorweihnachtszeit. Dezember. Nirgends in der ganzen Welt gibt es einen Stadtnamen, der mit Weihnachten so eng verbunden ist wie der Name Nürnbergs. Nirgendwo besitzt der Weihnachtsmarkt eine so alte Tradition und eine so romantische Umgebung, nirgends wird er mit so viel Liebe und künstlerischer Verantwortung gestaltet und gepflegt wie-in der „Stadt der Meistersinger“, der Stadt der Lebküchne-rei, der Spielwaren und der ersten Taschenuhren. Was Kinderherzen erträumen und was Erwachsene sich insgeheim noch einmal wünschen — das macht der ewig junge Nürnberger Christkindlesmarkt wahr.
Die bei uns heute allgemein unter der Bezeichnung Karner bekannten sakralen Zentralbauten des Mittelalters, welche sich ausschließlich in der südöstlichen Hälfte unseres Landes in übergroßer Zahl erhalten haben, werden von vielen als eine österreichische Besonderheit angesehen.Unsere Karner sind turmartige, zweigeschossige Bauten von rundem oder mehreckigem Grundriß, welche unter dem Hauptraum mit apsi-dialem Ausbau für den Altar eine Krypta oder Gruft besitzen, in der die Toten der Gemeinde (aus exhumierten Gräbern) verwahrt werden. Jeder dieser Räume besitzt einen gesonderten
In der ganzen Welt findet man kein zweites so großes, berühmtes und bekanntes Volksfest wie das Münchner Oktöberfest. Heuer begeht es seinen 165. Geburtstag..Freilich knüpft es noch an die viel älteren traditionellen Herbstfeste und Viehmärkte Oberbayerns an, aber das Ur- und Stammfest der großen Münchner Gaudi begann eigentlich im Jahre 1810, und zwar mit einem überaus glanzvollen Auftakt: mit der Vermählung des Kronprinzen Ludwig (des späteren bayrischen Königs Ludwig'Ii') mit der Prinzessin Therese von Sä^hsenrHiidbürghausen. Diese Hochzeit fand genau am 12. Oktober 1810 statt.
Diese Bildreportage will auf ein bisher kaum beachtetes und gewürdigtes Dekordetail unserer, alten Wirtschaftsgebäude aufmerksam machen, welches heute nach der Überschwemmung unseres ländlichen Raumes mit nüchternen modernen Bauten um so deutlicher zutage tritt: es handelt sich hier um die vielfältigen, formreichen Luftluken, Luftgitter und Lüftungsfenster unserer Stadel, Scheunen und Troadkasten.
Der Rhein, seit jeher Völkerweg, Grenze und Einladung zum Brük-kenschlag, war oft Freund und Feind zugleich und ist allmählich zu einer Wirklichkeit aus Natur und Technik geworden: ein Schöpfrad der Kultur, wie Nil, Jangtse, Ganges und Donau — sie alle übertreffend in den geschichtlichen und industriellen Wirkungen. So beschreibt ihn Paul Hübner, langjähriger Feuilletonredakteur der „Neuen Zeitung“ sowie der „Rheinischen Post“, Autor vieler Sachbücher und passionierter Wanderer. Nichts wird vergessen, nichts wird ausgelassen. Man wird informiert über die Herkunft des
Die gewaltigen Veränderungen im Gefüge des Dorfes und die Umschichtung in der Bauernwirtschaft machen das seit Jahrhunderten Bestehende vielfach wertlos und gaben ihm ein tragisches Aussehen: verfallende oder faulende alte Bauernhöfe, Ställe ohne Vieh, Wagen ohne Rös-ser, Mühlen ohne Korn ... Die junge Bauerngeneration, einem trügerischen Phantom folgend, kehrte ihrem angemessenen Lebensraum den Rücken, wanderte vielfach in die Stadt ab und verleugnete das Althergebrachte. Den Rest bewerkstelligte der Einbruch der Technik insDorf und der Einzug der städtischen Zivilisation auf dem