Leihmutterschaft, Baby, Kind, Geburt - © Getty Images / SvetaZi

Promis, die Pioniere der Leihmutterschaft

Das italienische Verbot von Leihmutterschaft hat die Debatte über „bestellte“ Kinder wieder angeheizt. Was unter Normalsterblichen noch diskutiert wird, ist in Hollywood längst Normalität. Über ein lukratives Geschäft und die Fallstricke der Reproduktionsmedizin.

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Barbara Streisand ließ ihren geliebten Pudel Sammie klonen. Der Tech-Investor Bryan Johnson kämpft mit Testosteron gegen das Altern an. Der ehemalige Baseballstar Alex Rodriguez soll Verletzungen mittels Stammzellentherapie behandeln lassen. Die „Reichen und Schönen“ sind oft die Ersten, die biologische und ethische Grenzen austesten. Mal öffnen sie damit die Tür für den Fortschritt, mal die Büchse der Pandora. Das gilt auch für die Reproduktionsmedizin: Möchte man sich mit den extremsten „Was-wäre-wenn“-Szenarien der Fortpflanzung auseinandersetzen, schreibt die Journalistin Ruth Graham, dann sind Boulevardzeitungen mittlerweile eine ebenso gute Quelle wie Bioethikbücher.

Eine Art des Kinderkriegens, die unter Hollywood-Stars kaum mehr für Aufregung sorgt, ist die Leihmutterschaft. Stars wie Paris Hilton oder Cristiano Ronaldo nahmen sie in Anspruch. Unter „Normalsterblichen“ ist die Methode weiterhin umstritten. Diesen November verbot die rechtspopulistische italienische Regierung es, Kinder von Leihmüttern im Ausland austragen zu lassen. Auf europäischer Ebene bekommt das Modell jedoch Aufwind, denn das Parlament in Brüssel hat Ende 2023 für eine EU-weite Anerkennung jeder Elternschaft gestimmt, und zwar unabhängig davon, wie eine Familie entstanden ist. Eigentlich hat der Gesetzesentwurf das Ziel, dass Kinder überall die gleichen Rechte auf Bildung, Gesundheitsversorgung und Sorgerecht haben, doch er unterstützt indirekt auch die Leihmutterschaft.

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