Der Vaterinstinkt
FOKUS
FIRST
Elternarbeit: Das sind die Sorgen von Migra-Papas
Ein Papa hebt die Hand, er wirkt angespannt. Dolmetscherin Sulaf übersetzt seine Frage aus dem Arabischen: Haben seine Kinder die Hausübung gut gemacht, dann bekommen sie als Belohnung eine Stunde Handyzeit. Ist das richtig so? Sozialpädagoge Christoph Strassmayer gibt ihm einen praktischen Erziehungstipp. Doch eigentlich ist es etwas anderes, was er den Eltern heute mitgeben möchte.
Eine Stunde davor, in der Volksschule Quellenstraße 54 in Favoriten, dem zehnten Wiener Bezirk. „Derselbe Raum wie immer?“, fragt der Schulwart. Christoph und sein Kollege Dennis Halkali nicken. Den Mehrzwecksaal kennen sie gut. Ein verwaister Notenständer steht im Eck, an den Wänden Schulbänke, in der Mitte Sesselreihen. Die Workshopleiter sind um die 30 Jahre alt, sie tragen Hoodie und Jeans. Sie setzen sich auf den Boden der kleinen Bühne und zählen einen Stapel an Anmeldezetteln für das heutige Eltern-Café. Es sind fast 30.
Ab 16.50 Uhr trudeln die ersten Teilnehmenden ein. Zwei Männer nehmen ganz vorn Platz. Ihre Winterjacken und Hauben behalten sie an. „Ich bin der Papa von Mara, sie ist in der 1C. Oder C1? Das weiß ich nie“, stellt sich der eine vor. Dann kommt eine Mutter, hinter ihr folgt eine Frau mit dunklem Lockenkopf. „Sie verstehen Deutsch? Gut? Weniger gut?“, fragt Dennis. Die Frau lächelt, ratlos. „Weniger gut“, sagt sie dann. Dennis verspricht, langsam zu sprechen.
Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.
In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart. Zu jedem Artikel finden Sie weitere Beiträge, die den Blickwinkel inhaltlich erweitern und historisch vertiefen. Dafür digitalisieren wir die FURCHE zurück bis zum Gründungsjahr 1945 - wir beginnen mit dem gesamten Content der letzten 20 Jahre Entdecken Sie hier in Kürze Texte von FURCHE-Autorinnen und -Autoren wie Friedrich Heer, Thomas Bernhard, Hilde Spiel, Kardinal König, Hubert Feichtlbauer, Elfriede Jelinek oder Josef Hader!































































































