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Schule in Zeiten von Corona

Maske und Schule - © Foto: APA / Harald Schneider
Bildung

Schule und Corona: "Nur mit Maske reingehen!"

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Schulstart nach der Corona-Pause: Die FURCHE begleitete die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Michaelbeuern auf ihrem Weg zurück in die halbe Normalität.

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Schulstart nach der Corona-Pause: Die FURCHE begleitete die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Michaelbeuern auf ihrem Weg zurück in die halbe Normalität.

Bereits um kurz nach halb sieben in der Früh trotten eine Handvoll Schüler durch den steinernen Torbogen der Benediktinerabtei Michaelbeuern. Nach und nach trudeln sie in Schwärmen ein. Die Kinder schwatzen und kichern. Ihre Münder und Nasen sind mit bunten Stoffmasken bedeckt. Viele gehen nah beieinander, der Mindestabstand scheint vergessen. „Nur mit Maske reingehen!“, ruft ihnen eine Lehrerin unter ihrem Mund-Nasen-Schutz entgegen. Die nächste Station für die Schüler: Hände waschen und desinfizieren, ebenfalls unter den Blicken des Lehrpersonals.

Es ist Montag, der 18. Mai 2020. Nach zwei Monaten Home-Schooling geht für die Schüler von Österreichs Volksschulen, Gymnasien, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen wieder der Alltag los. So auch für die 344 Schüler der Privaten Mittelschule der Benediktinerabtei Michaelbeuern. Auf Pinnwänden im Eingangsbereich hängen Plakate mit Corona-Regeln: „Kontrollierter Zugang, nicht alle auf einmal, Abstand halten (mindestens ein Meter), Betreten der Schule nur mit Mund-Nasen-Schutz, Eltern und Begleitpersonen dürfen ohne Termin nicht in das Schulgebäude, nach dem Betreten: Hände waschen oder desinfizieren.“ Ein Ausnahmezustand, der noch länger anhalten dürfte – zumindest, bis es einen Impfstoff gibt.

Das Telefon klingelt unermüdlich

Um 20 vor acht Uhr startet der Unterricht. Nur noch die Schritte des Schuldirektors hallen durch die Gänge des Abteigebäudes. Michael Warter eilt vom Konferenzzimmer in sein Direktorat, wo das Telefon unermüdlich klingelt. Am anderen Ende der Leitung: Eltern, die ihre Kinder krankmelden und sich um versäumten Unterrichtsstoff sorgen. Michael Warter redet ihnen gut zu, sagt: „Für die ersten drei Schultage sind keine neuen Lerninhalte geplant.“

„Die Situation ist spannend, aber auch mit Unsicherheit verbunden“, erklärt Warter. Er spricht mit Bedacht – wie einer, der in den vergangenen Monaten versucht hat, ja keinen Fehler zu machen. „Die Bilder aus China, Italien und Spanien haben uns alle geprägt. Doch die Fallzahlen in Österreich beruhigen. Wir können trotz des Restrisikos frohen Mutes sein.“