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Schule in Zeiten von Corona

Coronamutter
Gesellschaft

Haben wir wirklich Corona?

1945 1960 1980 2000 2020

Das Kind von FURCHE-Redakteurin Brigitte Quint fiebert und hustet. Alle Alarmglocken schrillen. Was passiert, wenn man plötzlich zum Verdachtsfall wird? Ein Erfahrungsbericht.

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Das Kind von FURCHE-Redakteurin Brigitte Quint fiebert und hustet. Alle Alarmglocken schrillen. Was passiert, wenn man plötzlich zum Verdachtsfall wird? Ein Erfahrungsbericht.

Samstagmorgen. Mein Sohn hat 38 Grad Fieber und hustet. Mein Mann und ich schauen uns an. Jeder weiß, was der andere denkt. Ein Wort schwebt wie ein unsichtbares Damoklesschwert über unseren Köpfen: Corona. Inklusive Fragezeichen. Uns ist nicht bekannt, dass unser Sohn zu einem Sars­CoV­2 Erkrankten Kontakt hatte. Aber er geht in den Kindergarten. Ein hinreichender Anlass, um Verdacht zu schöpfen.

Wir brauchen Klarheit. Schnell. Mein Mann hat eine HNO-­Ordination. Für den kommenden Montag stehen mehr als 60 Patientinnen und Patienten in seinem Terminkalender. Ich wiederum soll eine Reportage zum Schulstart machen. Der Termin mit der Direktorin steht seit Wochen fest. Wie wir eine Situation wie diese in Vor­corona-­Zeiten geregelt hätten? Wir hätten unsere Leihoma angerufen. Doch die fällt in diesem Fall definitiv aus.

Wir überlegen, in den Drive-­in zum Ernst­-Happel­-Stadion zu fahren. Oder zum Flughafen. Wir googeln und erfahren, dass dort nur die ohne Symptome getestet werden. Dasselbe gilt für Krankenhäuser und Labore. Was bleibt, ist „1450“. Die Nummer der Gesundheitsberatung.

Mein Mann ruft an. Er sitzt längst in einem anderen Raum. Wir haben beschlossen, dass wenigstens er versucht, die Abstandsregeln einzuhalten.Wenn sich mein Sohn an ihn kuscheln will, setzt er eine FFP2­-Maske auf. Ich höre, wie er der Person am anderen Ende der Leitung unser Problem erklärt. Dann wird er weiterverbunden. Und noch einmal. Und dann noch einmal.