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Schule in Zeiten von Corona

DISKURS
Schule - © Foto: Weingartner-Foto / picturedesk.com

Schulanfang im zweiten Corona-Herbst

1945 1960 1980 2000 2020

Vom Testchaos bis zum Aufruhr der Schulsprecher(innen) hatte dieser Schulbeginn alles zu bieten. Das Ziel: so viel Präsenzunterricht wie möglich.

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Vom Testchaos bis zum Aufruhr der Schulsprecher(innen) hatte dieser Schulbeginn alles zu bieten. Das Ziel: so viel Präsenzunterricht wie möglich.

Es ist Dienstagmorgen in einer Mittelschule im Süden Niederösterreichs. Zu Beginn der zweiten Schulwoche wird wieder PCR-getestet. Die Deckel der Teströhrchen mit den QR-Codes werden abgeschraubt und auf die Außenkanten der Tische gelegt, „damit es zu keinen Verwechslungen kommen kann“, erklärt die Lehrerin. Sie zückt ihr Smartphone, stellt den 30-Sekunden-Timer und gibt das Startkommando: „Jetzt spülen“. Die Schüler(innen) haben bereits Test-Routine, beenden den Vorgang und packen ihre Proben in die vorgesehenen Säcke. Der Unterricht beginnt.

Kritik der Schüler(innen)

So problemlos wie hier funktioniert das Testen längst nicht an allen Schulen. „Bis jetzt wissen viele immer noch nicht, wie beispielsweise das Testen funktioniert“, kritisiert etwa Tracy-Cindy Agbogbe (BGRG8 Albertgasse). Sie ist eine jener 32 Wiener Schulsprecher(innen), die zuletzt mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bildungsminister Heinz Fassmann und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein für Aufsehen sorgten. Die zentrale Kritik: Der Schulanfang sei von großem Unbehagen und Unsicherheit geprägt. Es geht unter anderem um nicht einheitliche Quarantäneregeln, eine Entlastung beim Lernstoff und „die Bekanntgabe eines coronagerechten Fahrplans für die Matura 2022 noch in diesem Jahr“.

Mit ihren Forderungen stehen die Schüler(innen) nicht alleine da. Sie erhielten nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch jede Menge Zuspruch von vielen Seiten, denn nicht rechtzeitig rückgemeldete Testergebnisse, der Ruf nach transparenter Kommunikation und die hohen Quarantänezahlen dominieren dieser Tage den öffentlichen Diskurs. Grund dafür sind etwa rund 90 Klassen, die in den ersten zwei Schulwochen in Niederösterreich in Quarantäne geschickt wurden, und mehr als 600 Klassen, die in Wien nach wenigen Tagen wieder zu Homeschooling verdammt sind.

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