7128785-1997_16_16.jpg
Digital In Arbeit

Sprachlich perfektionieren — beruflich weiterbilden

Werbung
Werbung
Werbung

Auslandserfahrung wird im Kampf um Arbeitsplätze immer mehr zur selbstverständlichen Zusatzqualifikation. Neben Studienaufenthalten, Au-pair oder reinen Sprachkursen erfreut sich seit kurzem eine neue Variante des Auslandsaufenthaltes großer Reliebtheit: „Work Experience" - eine Kombination von Sprachkurs und Rerufspraxis im „fernen Land". Mittlerweile wird dieses Programm von mehreren Sprachreiseveranstaltern angeboten - die Serviceleistungen und Angebote sind allerdings oft sehr unterschiedlich.

Wer bereit ist, ohne Bezahlung zu arbeiten, erhält bei polycollege ein breites Spektrum an Berufssparten, Kursmöglichkeiten und die Auswahl der Destinationen England, USA, Australien und Spanien. Die am häufigsten gebuchte Variante besteht aus einem vierwöchigen Sprachkurs mit anschließendem Arbeitsplatz bei einer englischen Firma - ebenfalls vier Wochen. Die Kosten für dieses Angebot betragen rund 22.500,- Schilling. Enthalten sind darin der vierwöchige Sprachkurs sowie Unterkunft und Verpflegung für acht Wochen bei einer Gastfamilie. Die Kosten für New York oder Sydney betragen ohne Unterkunft und Flug zwischen 22.500,-und 31.200,- Schilling.

Um Förderungen kaiui man sich beim Wiener Arbeitnehmerinnen -Förderungsfonds (WAFF) (Tel. 211 20-0) bewerben. Teilnehmen kann praktisch jeder über 20 Jahre. Da berufliche Vorkenntnisse nicht unbedingt erforderlich sind, können auch Studenten von diesem Angebot profitieren. „Eine notwendige Voraussetzung sind gute Englischkenntnisse", meint Markus Klausner, Organisator von Work Experience. Die Sprachkenntnisse der Teilnehmer werden bei der persönlichen • Vorstellung schriftlich getestet. Grundsätzlich kann man jederzeit in das Programm einsteigen, als beste Reisezeit nennt Klausner aber die Monate September bis Mitte Dezember, sowie Mitte Jänner bis Mai. Wichtig ist ein „ausführlicher guter Lebenslauf". Nur so könne man den Kandidaten „adäquate Plätze in den ausländischen Firmen vermitteln", betont Klausner.

Für den Großraum London bietet ÖKISTA Jobs wie Zimmermädchen, Mitarbeiter in Fast Food Ketten, Verkäufer oder Kellner an, je „nach den Englischkenntnissen und Qualifikationen der Rewerber." Die Aufenthaltsdauer beträgt mindestens zwei Monate, maximal ein Jahr. Als Taschengeld kann man rund 140 englische Pfund pro Woche erwarten, die Unterkunft erfolgt wahlweise in Familien oder Wohngemeinschaften. Die zwei Programme in den USA erfordern mehr Selbständigkeit. Bei „Work and Travel" (Juni bis Mitte Oktober) und „Internship" (während des ganzen Jahres) wendet man sich an das Job Placement Service, das gegen Gebühr als Vermittler agiert, oder „kostengünstiger" selbst an die Firmen. Eine Broschüre mit Adressen ist bei ÖKISTA erhältlich.

Ein „American Internship Program" bietet auch International House Vienna (ih). Nach Absolvierung eines vierwöchigen Englisch-kurses arbeitet man vier bis acht Wochen als unbezahlter Mitarbeiter in einer amerikanischen Firma.Voraus-setzungen laut Susanne Sedlaczek von „ih": gutes Englisch, mindestens zweiter Studienabschnitt oder Berufserfahrung, sowie ein detaillierter Lebenslauf, Anmeldung spätestens zwei Monate vorher.

Arbeitserfahrung in den Sparten Marketing, Sekretariat, Finanzwesen, Technik und Tourismus vermittelt Actilingua. Sie besuchen einen Sprachkurs und absolvieren entweder parallel dazu oder danach ein Arbeitspraktikum. Mindestaufenhaltsdauer sind vier Wochen, Destinationen sind Torquay und Edinburgh. Wer in spanischsprechender Umgebung arbeiten möchte, findet in Barcelona oder Salamanca einen Kurs in drei Abschnitten: drei Monate „Spanisch fürs Leben", drei Monate Spezialisierung in Betriebswirtschaft, Tourismus oder Internationalem Sekretariat und danach ein unbezahltes Praktikum in einem spanischen Unternehmen.

Für das EF-Praktikumsprogramm, kann man sich an jeder EF-Schule bewerben. Die Praktika dauern im Durchschnitt drei Monate. Das Angebot reicht vom Betreuen behinderter Kinder über Werbetätigkeiten bis zur Mitarbeit bei Catering-Firmen.

Für welche Kombination man sich auch entscheidet, klar sollte einem sein, daß die Programme nicht geeignet sind, die Sprache erst zu erlernen, sondern sie zu verbessern, zu perfektionieren. Wer optimalen Nutzen aus Auslandsaufenthalten ziehen willl, sollte Zeit, Energie, Einsatzbereitschaft und Konzentration investieren.

Markus Klausner von polycollege resümiert: „Work Experience heißt nicht Ferien. Gefragt ist aktive Mitarbeit, sowohl beim Sprachkurs, als auch in der Firma."

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau
Werbung
Werbung
Werbung