Schmerzverwandlung

1945 1960 1980 2000 2020

Am Kreuz weiß Jesus und Gott mit ihm von jedem Leiden ALLES. Dieses mit Menschenabsicht ihm zugefügte Leiden geschieht für das Leiden der Welt; es ist das Persönlichste, das Gott für seine geliebte Welt und die Menschen darin tut kann.

1945 1960 1980 2000 2020

Am Kreuz weiß Jesus und Gott mit ihm von jedem Leiden ALLES. Dieses mit Menschenabsicht ihm zugefügte Leiden geschieht für das Leiden der Welt; es ist das Persönlichste, das Gott für seine geliebte Welt und die Menschen darin tut kann.

„Ich will vom Leiden endlich alles wissen“, bittet Christine Lavant mit der ihr eignenden Schmerzsicherheit. „Dort will ich hin, wo deine Hand verdorrt, ins Hirn der Irren, in die Grausamkeit verkümmerter Herzen.“ Solches Wünschen ist die klare Absicht des Leuchtfeuermenschen, dessen Weg in das Zentrum aller Leiden, in die Mitte der Weltwunde mit der Karwoche beginnt. Von Anbeginn wählt Jesus den Weg an das Kreuz als den einzig möglichen, um in den tiefsten Grund aller Qual hinabzusteigen und sich im Leiden zu erfahren bis in den Tod.

Der Esel, der die Lichtliebe durch die Stadt am Palmsonntag trägt, ist der Schleudersitz, der den wahren Menschen und wahren Gott hineinkatapultiert ins ewig Unbegriffene. Am Ende wird er schmerzverwundert rufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne“. Am Kreuz weiß Jesus und Gott mit ihm von jedem Leiden ALLES. Dieses mit Menschenabsicht ihm zugefügte Leiden geschieht für das Leiden der Welt; es ist das Persönlichste, das Gott für seine geliebte Welt und die Menschen darin tut kann.

Es geschieht für die Frauen, die sich ängstigen, nicht nur in der Türkei, und es ist für Burma und es ist für die Opfer der Pandemie und es ist für alles Leben, das weggeworfen seinen Wert und seine Würde verliert, für alles Leben, das in jegliches Vernichtende kippt. „Das Unbegriffene verbirgt das Unbegreifliche“, sagt Simone Weil. Der Weg der Passion führt über Kuss und Verrat und Gericht in den Nachttag, da eine Finsternis über das ganze Land sich zieht und alle Natur und der ganze Kosmos weiß: Dieses Leiden ist für mich! Karfreitag ist der Kairos der Schmerzverwandlung in der Gottesliebe. Sie geht in den Tod für mich, aller Welt Helfer und Helferin, unaufhaltsam in ihrer Sehnsucht, diese Welt zu erlösen.

Die Autorin ist evangelische Pfarrerin i.R.

„Ich will vom Leiden endlich alles wissen“, bittet Christine Lavant mit der ihr eignenden Schmerzsicherheit. „Dort will ich hin, wo deine Hand verdorrt, ins Hirn der Irren, in die Grausamkeit verkümmerter Herzen.“ Solches Wünschen ist die klare Absicht des Leuchtfeuermenschen, dessen Weg in das Zentrum aller Leiden, in die Mitte der Weltwunde mit der Karwoche beginnt. Von Anbeginn wählt Jesus den Weg an das Kreuz als den einzig möglichen, um in den tiefsten Grund aller Qual hinabzusteigen und sich im Leiden zu erfahren bis in den Tod.

Der Esel, der die Lichtliebe durch die Stadt am Palmsonntag trägt, ist der Schleudersitz, der den wahren Menschen und wahren Gott hineinkatapultiert ins ewig Unbegriffene. Am Ende wird er schmerzverwundert rufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne“. Am Kreuz weiß Jesus und Gott mit ihm von jedem Leiden ALLES. Dieses mit Menschenabsicht ihm zugefügte Leiden geschieht für das Leiden der Welt; es ist das Persönlichste, das Gott für seine geliebte Welt und die Menschen darin tut kann.

Es geschieht für die Frauen, die sich ängstigen, nicht nur in der Türkei, und es ist für Burma und es ist für die Opfer der Pandemie und es ist für alles Leben, das weggeworfen seinen Wert und seine Würde verliert, für alles Leben, das in jegliches Vernichtende kippt. „Das Unbegriffene verbirgt das Unbegreifliche“, sagt Simone Weil. Der Weg der Passion führt über Kuss und Verrat und Gericht in den Nachttag, da eine Finsternis über das ganze Land sich zieht und alle Natur und der ganze Kosmos weiß: Dieses Leiden ist für mich! Karfreitag ist der Kairos der Schmerzverwandlung in der Gottesliebe. Sie geht in den Tod für mich, aller Welt Helfer und Helferin, unaufhaltsam in ihrer Sehnsucht, diese Welt zu erlösen.

Die Autorin ist evangelische Pfarrerin i.R.

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