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Disney - © Foto:  Disney
Film

Streaming ist das neue Kino

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Filmerlebnisse am Sofa: Die Streamingdienste Netflix und Co. profitieren von der Corona-Krise. Neu in den Ring gestiegen ist kürzlich Disney+.

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Filmerlebnisse am Sofa: Die Streamingdienste Netflix und Co. profitieren von der Corona-Krise. Neu in den Ring gestiegen ist kürzlich Disney+.

Wann, wenn nicht jetzt, sollte des Kinos größter Feind zum finalen Schlag ansetzen? Die StreamingPortale von Netflix, Amazon und neuerdings auch Disney+ laufen dieser Tage heiß, inmitten der Corona-Krise, die uns nicht nur eine totale Kinosperre gebracht hat, sondern auch die Einsicht, dass es das Kino als Ort der Entdeckungen eigentlich nicht mehr braucht. Wieso? Weil Hollywood inzwischen bereit ist, seine heilige Kuh zu schlachten, um am Ende nicht auf der eigenen Filmware sitzen zu bleiben.

Universal Pictures war das erste Studio, das letzte Woche angekündigt hatte, das Kino als ersten Verwertungsweg für die eigenen Filme zu umgehen und einige aktuelle Filmtitel sofort auf den StreamingPlattformen zu veröffentlichen. Es war ein Tabubruch. Denn bisher lief die Verwertung eines Filmes so: Nach einem Kinostart sind Filme grundsätzlich für vier bis sechs Monate (in den USA: drei) ausschließlich im Kino zu sehen. Dieses Zeitfenster finanziert damit nicht nur ein ganzes Ausgehsegment und spült für die Studios den ersten mächtigen Schwung Geld in die Kassen – Verleih (Studio) und Kinobetreiber teilen sich in der Regel die Einnahmen durch die Kinotickets. Erst nach Ablauf dieser „Kino-Frist“ wurden Filme auf weiteren Kanälen vertrieben, etwa als Video-on-Demand (VOD) bei den Streaming-Portalen, im Pay-TV oder als physische DVD und Blu-ray, die allerdings wegen der Digitalisierung zuletzt eine immer kleinere Rolle gespielt hatten.

Tabubruch mit Folgen

Noch später in dieser Verwertungskette ist dann die Bespielung der Flugzeuge dran, am Ende steht die Auswertung im Free-TV. Die allererste Verwertung über die Kinos, die nun Corona-bedingt umgangen werden musste, ist dabei nicht immer die profitabelste, wohl aber jene, die die meiste „Publicity“ bekommt und bei der auch das meiste Geld ins Marketing gepumpt wird. Kinofilmen haftet immer noch der Hauch von Exklusivität an, eine Art Premierenfieber, das bei Netflix & Co. einfach nicht aufkommen will. Das hat mit der sozialen Funktion zu tun: Wenn in einem Kinosaal hunderte Menschen zusammenkommen und das gemeinsame Seh- Erlebnis zelebrieren, bringt das eine ganz andere Stimmung als ein einsamer NetflixAbend bei Cola und Popcorn.