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Grönland zwischen Trump, Europa und Peter Thiel
Geografisch und geotektonisch ist die Sache eindeutig: Grönland wird Nordamerika zugerechnet. Seine Landmasse gehört zur nordamerikanischen Kontinentalplatte und ist nur durch eine schmale Meerenge von der kanadischen Arktis getrennt. Neben dieser Zuordnung sagt der Grönländer Ole Aggo Markussen, „gehören wir auch kulturell zum amerikanischen Kontinent und sind Nordamerikaner“.
Mit dieser Selbstbeschreibung scheint Markussen US-Präsident Donald Trump ein weiteres Argument für dessen Besitzansprüche auf Grönland zu liefern. Doch weit gefehlt. Anders als Trump, der den Begriff Nordamerikaner für die von ihm präferierte weiße Bevölkerungsgruppe Amerikas reklamiert, beschreibt der Grönländer sich sowie seine Landsleute ethnisch als Inuit und Kalaallit und als solche verwandt mit der indigenen Bevölkerung im Territorium Nunavut im äußersten Norden Kanadas und auf den arktischen Inseln.
„Kein Teil Europas“
„Wir sind kein Teil Europas, und wir fühlen uns nicht als Europäer“, fasst Markussen seine Selbstbeschreibung zusammen. Und auf die Frage im Rahmen eines vom Presseclub Concordia und Wiener Forum Journalismus und Medien (fjum) organisierten Videogesprächs, ob Grönland Teil der EU sein sollte, antwortet er: „Wir haben die EU verlassen, weil wir kein europäisches Land sind.“ Um ein EU-Mitglied zu sein, müsse das Land ein Teil Europas sein, sagt er: „Da wir aber ein Teil des amerikanischen Kontinents sind, ist das für uns, ob wir es wollen oder nicht, keine Option.“
So einfach auseinander zu dröseln, wie das der grönländische Politikwissenschafter, Entwicklungsexperte und Ex-Funktionär der nach Unabhängigkeit von Dänemark strebenden Siumut-Partei darstellt, ist das Beziehungsgeflecht zwischen Grönland und der EU aber nicht. Nachdem die Bevölkerung in einem Referendum mit rund 53 Prozent gegen einen weiteren Verbleib gestimmt hatte, wurde Grönland zum 1. Januar 1985 aus den Europäischen Gemeinschaften (EG), dem Vorläufer der EU, herausgelöst. Zentraler Konfliktpunkt war die Fischereipolitik, wachsendes Autonomiestreben gegenüber Dänemark trug ebenfalls zur Raus-aus-der-EU-Stimmung bei.
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