Kirche und Fundamentalismus
DISKURS
Trump: Der Archetyp des modernen Cäsaren?
Wir kennen ihn bislang als notorischen Verbreiter von Unwahrheiten, als verurteilten Straftäter, als einen, der schon einmal fünf gerade sein lässt, wenn es um Recht und Gesetz geht. Und er ist eben auch der Präsident der USA. Früher hätte man ihn als „Führer der freien Welt“ bezeichnet. Bei Donald Trump verbeißt man sich solches Attribut jedoch – tagtäglich beweist der Wüterich im Weißen Haus, dass er das gute alte Amerika und den Glauben daran zerstört.
Man käme auch nie auf die Idee, Trump als Erlösergestalt zu verstehen. Und doch hängen in recht(skatholisch)en Netzwerken einige dieser Sichtweise an; bis vor Kurzem konnte man derart verquere Denkweise abtun. Aber mit jedem Tag wird klarer, dass das alles nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Nicht zuletzt die Webseite europa-aeterna.org ist diesbezüglich eine Fundgrube, wie die katholische Rechtsextremismusforscherin Sonja Angelika Strube vor Kurzem auf der Plattform feinschwarz.net darlegte.
Sammelbecken der religiösen, rechtspopulistischen Ideologien
Europa Aeterna, laut Eigendefinition „Akademie für politische Philosophie“, ist ein Sammelbecken des religiösen Arms rechtspopulistischer Ideologien. Strube ordnet das ein „in den Kontext rechtsintellektueller Bestrebungen, Deutungshoheit zu erlangen über den Begriff des Konservativismus sowie über damit verbundene oder assoziierte (ideelle) Institutionen (z. B. ‚christliches Abendland‘) und die sie prägenden Ideen und Ideale (z. B. Nächstenliebe)“. Insbesondere die Philosophie des Ziehvaters des Autoritarismus der Zwischenkriegszeit, Oswald Spengler (1880–1936), der mit seinem Werk „Der Untergang des Abendlandes“ bei den damaligen Rechten reüssiert hat, feiert dabei fröhliche Urständ.
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