Kampf ums Klima
DISKURS
Klimakrise: Das Buch von Axel Bojanowski führt in die Irre
Der Titel des Buches von Axel Bojanowski lässt eigentlich eine naturwissenschaftliche Abhandlung erwarten. Der Autor will aber vielmehr in jedem Kapitel „einen Mechanismus entschlüsseln, der zur Eskalation des ,Krieges um das Klima‘ beigetragen hat, und erklären, inwiefern wissenschaftliche Debatten als Stellvertreter für schwelende gesellschaftliche Konflikte über Werte, Vorlieben und politische Ziele dienen.“ Das ist ein löbliches Ziel und wohl wert, dass man ihm ein Buch widmet. Auch der deutsche Ökonom Ottmar Edenhofer betonte 2018 bei seinem Festvortrag zur Verleihung des Romano Guardini-Preises, dass das „fundamentale Problem der Klimapolitik nicht die wissenschaftlichen Fakten, sondern Konflikte um Weltanschauungen und Werte“ sind.
Gezielte Desinformation?
Allerdings geht Axel Bojanowski in seinem Buch sehr locker mit Fakten und deren Interpretationen um und scheut auch Widersprüche in seinen Aussagen nicht. Man weiß nicht, glaubt der Autor, was er schreibt, ist es Effekthascherei oder, schlimmer, bewusste und gezielte Desinformation? Weil Dichtung und Wahrheit hier so eng verflochten sind, ist eine Entgegnung schwierig. Einzelne Sätze herauszugreifen, die schlicht falsch sind, wird der Aufgabe nicht gerecht, denn das eigentliche Problem ist der Gesamteindruck, der von den einzelnen „Geschichtchen“ vermittelt wird, durch deren Auswahl und die Wortwahl. Das vermittelte Bild ist geschickt so bunt gehalten, dass jeder Leser das herauslesen kann, was er zu finden hofft – und, sich so in seinen Ansichten bestätigt fühlend, dazu neigt, auch alles andere zu glauben.
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