
Valentina Sladky: Gleichberechtigung in der Wissenschaft ist kein Selbstverständnis
Ein typisches Kindheitsinteresse ist „Polyploidie“ wohl nicht. Um ihre Forschungsarbeit zu erklären, muss Valentina Sladky zuerst eine kurze Einführung in den Prozess der Zellteilung geben. Die Molekularbiologin erforscht Dinge, die mit freiem Auge gar nicht sichtbar sind. Die Liebe fürs Detail hatte sie schon immer, genau wie zur Natur. Einige Jahre „großartigen Biologieunterrichts“ in der Schule später war die Neugier noch nicht gestillt. Die Tirolerin entschied sich, an der Wiener Boku Biotechnologie zu studieren.
Wer wird schon Professorin?
Was genau diese Polyploidie nun ist? Fehlerhafte oder unvollständige Zellteilung führt dazu, dass Zellen mit vielfachem Chromosomensatz statt wie üblich mit zweifachem entstehen, also polyploid statt diploid. Das ist bei vielen Tumorzellen der Fall, kann aber auch in gesunden Zellen passieren. Warum das so ist, möchte Sladky herausfinden. Bisher wurde das Phänomen vor allem in Fruchtfliegenmodellen untersucht, Sladky ergründet nun den Einfluss solcher polyploiden Zellen auf den gesamten menschlichen Organismus. Das Forschungsprojekt, geleitet von Andreas Villunger, Direktor des Instituts für Entwicklungsimmunologie, war für Sladky spannend genug, um für ihren PhD von Wien wieder zurück nach Innsbruck zu ziehen.
Das Umziehen gehört zum Forscherinnendasein dazu, eine Auslandserfahrung ist heute Pflicht. Nach dem Doktorat bekam Sladky eine Stelle an der renommierten Johns Hopkins University in Baltimore, USA. In diesen zwei bis sechs Jahren, genannt Postdoc, orientieren sich Wissenschafterinnen für ihre spätere Karriere. Hier gilt es, im akademischen Betrieb Fuß zu fassen. Sladky bekam genau in dieser Zeit ihren ersten Sohn.
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