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Schachbrett der Kultur

„Was unsere Lage hier besonders kennzeichnet“, sagte mir ein rumänischer Intellektueller, „ist, daß man hier Geduld gehabt hat.“ Diese Feststellung wird bei genauerem Einblick in das kulturelle Leben, aber auch bei der Untersuchung der sozialen Probleme, durchaus bestätigt. „Um die wichtigen kulturellen Persönlichkeiten“, so versicherte mir mein sehr kompetenter Gesprächspartner, „bemühte sich der Parteichef Gheorghiu- Dej selbst, er versuchte in langen persönlichen Unterredungen mit den Dichtern, Künstlern, Wissenschaftlern für jeden einzelnen Fall einen Weg zu finden. Und “, so wurde weiter erklärt, „gehen Sie zu unseren Intellektuellen, zu den alten, ehrwürdigen, die alles andere als Kommunisten waren, und zu den jungen. Sie werden merken, daß sie alle bei uns eine Aufgabe gefunden haben.“ Nun, ich sprach mit ihnen, in einzelnen Begegnungen und Diskussionen zu dritt oder viert, alle insgesamt einunddreißig Personen aus den Bereichen der Literatur, des Theaters, der Oper, der Malerei, der Architektur und der Pressekritik, und es bot sich ein Ergebnis, das sich von den Erfahrungen in Polen und Ungarn nach jeweils verschiedenen Richtungen hin sehr erheblich unterscheidet.

Die rumänischen Politiker der neuen Volksrepublik waren einerseits so klug, den harten stalinistischen Kurs durch eine geschickte und offiziell niemals faßbare Balkanhaltung fallweise abzuwandeln, also nach Erfordernis und Maßgabe unzählige individuelle Hintertüren zu öffnen, anderseits sahen sie sich keinem dicht gefügten eigenständigen geistigen Leben gegenüber. Während in Polen und Ungarn eine viel kompaktere kulturelle Situation von früher her bestand, gab es in Rumänien zwar einige bedeutende Schriftsteller, Komponisten, Bildhauer, aber nur in bescheidener Zahl. Sie lebten isoliert und meist stark nach Frankreich hin orientiert. Constantin Brancusi etwa verließ das Lapd schon seh „früh, jedenfalls be- staiiien lihtWeinarftler keine fbrnige- benden engeren,.Kon takte, und außerdem war die Stellung und Wirkung im eigenen Land unter den korrupten Balkanverhältnissen alles andere als befriedigend. So fand die rumänische Volksrepublik einerseits eine für sie günstige Situation vor und war außerdem geschickt genug, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu nützen und nicht durch das stalinistische Schema in ihrem Sinn vollständig zu

verderben. Es gab daher in Rumänien keinerlei Dramatik nach dem wichtigen 20. Parteitag von 1956, und die Stalindenkmäler stehen heute noch in den Parks und Foyers pathetisch herum wie einst, weil man sie damals nicht allzu ernst genommen hat. Erst jetzt beginnt man langsam, die nach Stalin benannten Örtlichkeiten diskret umzutaufen, wie etwa Stalinstadt wieder in Brasov und Kronstadt, während sich der Stalinpark in Bukarest noch seines etwas peinlich-anachronistischen Namens erfreut.

Als nun nach dem blutigen Gewaltstreich und der Herrschaft der Eisernen Garde, nach dem nicht weniger blutigen Hochkommen General Anto- nescus und nach dem Einmarsch der deutschen Truppen, schließlich unter dem Einfluß der russischen Armee das immer noch bürgerliche Regime in die „Sozialistische Einheitsfront“ unter Gheorghiu-Dej umgewandelt wurde, befaßte man sich, wie das in den Volksrepubliken aus wohlüberlegten Gründen üblich ist, sogleich in Feuereifer mit dem kulturellen Leben. Und jetzt war man taktisch so klug, die großen alten Repräsentanten nicht abzuservieren und verschwanden zu lassen, sondern sich mit ihnen einmal zusammenzusetzen. Man gab ihnen ein sorgloses, ja luxuriöses Auskommen und außerdem die Möglichkeit einer Resonanz, die sie bisher im eigenen Land keineswegs auch nur annähernd gehabt hatten. Der Preis, der für all das entrichtet werden mußte, war in sorgsamer individueller Abstimmung jeweils sehr verschieden. Das eine und andere Bekenntnis zum neuen System in Gedichtform oder Prosa zu gelegentlichem Anlaß, sonst ließ man sie schreiben, was sie wollten, also auch Psalmen, Gedichte religiösen Charakters; es durfte natürlich nicht gegen den Staat gerichtet sein. Die Interpretation ihrer Werke und das Hervorkehren der Volksverbundenheit in der Biographie blieb Aufgabe der anderen. Tatsächlich schnellten die Auflagenziffern dieser Autoren und die Popularität dieser Künstler in unvorstellbarem Maß in die Höhe, da einerseits die Kultur nun billig war und anderseits diese Figuren noch Fenster in die Vergangenheit öffneten.

Ich sprach mit dem achtzigjährigen Lyriker Tudor A r g h e z i. von dem rumänische Kenner sagen, daß er in

seiner Art mit Dichtern wie T. S. Eliot oder Ezra Pound auf gleiche Stufe zu stellen sei und nur das tragische Schicksal habe, in der Sprache eines kleinen Volkes zu schreiben. Im eigenen Land erreichte im vergangenen Jahr ein Gedichtband Arghezis die Auflage von 90.000 Exemplaren. Das Gespräch mit dem alten hochkultivierten Herrn, der in seiner wunderbar gelegenen Wohnung dem Aussehen nach ein wenig Thornton Wilder ähnelt, setzte die Kenntnis der allgemeinen Situation voraus. Verfängliche Probleme wurden vermieden. Ar- ghezi reist demnächst — wie alljährlich — für zwei Monate mit Sohn und Tochter in die Schweiz, um sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen. Natürlich stehen Devisen zur Verfügung. Der mehr als achtzigjährige Romanautor Mihai Sadoveanu, der zweite große alte Mann der rumänischen Literatur, ist nach einem Schlaganfall leidend und kann niemanden empfangen, doch ist seine Stellung genau die gleiche. Die vierundneunzig- jährige Theaterdirektorin und hoch- aktive Schauspielerin Lucia Sturdza- Bulandra, geborene Aristokratin, in ganz Europa gereist, ist heute ein Weltphänomen, da sie in solchem Alter laufend riesige Hauptrollen spielt, ein Theater mit vier Bühnen leitet, bei allen Diskussionen energisch mitredet, in Filmen mitwirkt und durch ihre ungeheure Popularität einen sehr ins Gewicht fallenden Faktor darstellt. Mein Gespräch mit ihr zeigte eine lebhafte, geistreiche Dame von außerordentlichem Charme, von scharfem Intellekt und enormer Vitalität. „Wissen Sie“, und sie sah mich dabei aus großen, klaren Augen an, „ich leite jetzt dieses Theater seit vierzehn Jahren und spiele unzählige Rollen. Eigentlich habe ich mich gewundert, daß man mich gerufen hat. Denn ich besaß doch früher meine eigene Bühne als Inhaberin. Aber man hat mir alles zur Verfügung gestellt.“ Dies ungefähr ist die Situation der

alten „Prominenten“.

In der: mittleren Genera-’; t i o n scheiden sich die Geister, und zwar im Sinne einer gleichsam stilistischen Verschiedenheit. Ich traf einen literarischen Aktivisten in fossiler Revolutionärhaltung der zwanziger Jahre, voll doktrinärer Thesen gegen „westlichen Formalismus’, die in polemischer Rhetorik dem Besucher vorgetragen wurden. „Die Kunst des

Westens ist wie ein Testament vor dem Selbstmord“, hieß es da, und: „Wir sind ja fair, wir verbreiten diese modernistischen Werke westlicher Dekadenz bei uns nicht, denn wir wollea keine Gegenpropaganda betreiben."

Dieser Vorkriegstyp ist jedoch, wie man feststellen kann, im Aussterben. Man trifft weitaus häufiger in der Mittelgeneration des kulturellen Lebens Intellektuelle von anderem Zuschnitt. Zwar kann man kaum sagen, daß es irgendwelche oppositionellen Haltungen gebe, also auch nicht solche im Sinne eines inneren Schismas, wie etwa in Ungarn, ganz zu schweigen von Polen, dafür war die rumänische Kulturpolitik zu elastisch. Doch erkennt man eine Erweiterung der „sozialistischen“ Begriffe, die, ohne daß gewissermaßen die Spur gewechselt wird, solche Schismen durch halbes Vorwegnehmen vermeiden soll. In endlosen Diskussionen werden die neu auftauchenden Ideen in das kulturelle System eingeschmolzen, was eben nicht ohne eine gewisse Abwandlung des ursprünglichen Konzepts möglich ist. Dir Grundthesen bleiben natürlich die alten, doch hört sich manches nun doch anders an als früher. „Sehen Sie“, meinte ein Theaterkritiker, „ich bin dagegen, daß alles gleich mit irgendeiner Etikette versehen wird. Das Leben wandelt sich, alles ist in Bewegung, die Kunst ebenso. Man muß neue Formen finden.“ Und wie es um den sozialistischen Realismus stehe? „Nun, das ist ja eine Sache des Inhalts, nicht des

Stils, und da ist das einzige Kriterium das Leben. Ob die Kunst zum Leben führt oder nicht.“ Zweifellos eine sehr großzügige Auslegung des „Sozi-Realismus“, von dem man mir in Warschau sagte, daß man damit keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorhole. Man bastelt also am Balkan sehr geschickt mit Phantasie und Geduld so lange an den alten Begriffen und Dogmen herum, bis schließlich vieles anders aussieht, ohne daß nach außen hin Aufsehen erregt wurde. Die Grundhaltung aber, der man immer wieder begegnet, ist folgende: „Die Literatur des Westens ist eine Literatur der Frage und unsere eine der Antwort. Wir versuchen, Lösungen zu finden, Antworten zu geben. Natürlich von unserer Position her, aber wir wissen, daß sehr vieles davon noch unzulänglich ist. Und sehen Sie, zum Beispiel Jonesco, von dem man im Westen so viel spricht. Da ist doch bei uns eine alte Sache, hier haben eine ganze Reihe von Autoren so geschrieben, etwa Hurmuz oder Baranga, und man kommt doch einmal darüber hinaus.“ Aurel Baranga, mit Jonesco ungefähr gleichaltrig, einst eng mit ihm befreundet und i auch heute noch in Verbindung, bestätigte diese Worte. Man müsse über das Absurde hinauswachsen, er selbst stehe dem Leben heute positiv gegenüber. denn es sei eben doch kein Mülleimer Aber das heiße nicht, daß es keine Tragödien gebe. Erstens einmal seien sie nach dem immer wieder genannten russischen Modellstück „Opti- mistische Tragödie" von Wsewolod Wischnewski möglich, und überhaupt befinde man sich beim Aufbau einer neuen Ästhetik, die alle realen Erfahrungen verarbeite.

Jedenfalls muß man die Tatsache feststellen, daß durch geradezu g i- gantische Investitionen in allen kulturellen Bereichen innerhalb von fast fünfzehn Jahren ein gewaltiger Zustrom an Talenten eingesetzt hat. Es kann natürlich kein Zweifel daran bestehen, daß die meisten dieser Talente im „pädagogischen Sinn einer Erziehung der Massen“ arbeiten und die Werke weitgehend illustrativen Charakter haben, doch die Autoren selbst sind als Persönlichkeiten von einem Niveau, von einer Belesenheit in westlicher und natürlich östlicher Literatur, von einer logischen Durchbildung, wie man sie an einem einzigen Ort in solcher Zahl im Westen nur überaus selten findet. Daß diese logische Durchbildung von einem völlig anderen Standpunkt als dem unseren ausgeht, ist wieder eine andere Sache.

Am deutlichsten merkt man diese Aufforstung des literarischen Lebens bei der jüngeren Generation. Die Dreißigjährigen sind bereits unter den volksrepublikanischen Verhältnissen großgeworden und vor allem — sie identifizieren ihre Laufbahn und ihre Stellung schon vollständig mit dem neuen Regime. Sie sind über die westliche Literatur und Philosophie in einem Maß orientiert, wie es so manchem westlichen Autor zu wünschen wäre. „Zeitschriften und Bücher aus dem Westen können von Schriftstellern ohne weiteres bestellt und bezogen werden, und zwar alles.“ Es war etwa möglich, über Durrells „Clea“ eingehende Gespräche zu führen, die auf rumänischer Seite keineswegs ein rundweg ablehnendes Ergebnis zeigten. Der junge Dramatiker Alexandre Mi- rodan, dessen satirische Komödie „Der berühmte 702“ einen Serienerfolg erlebt, kennt einen guten Teil der westlichen Stücke aus dem Augenschein, denn er war in Paris und hat sie sich dort angesehen, auch die „Nashörner." Zu dea schwierigsten, Problemen führte ein Gespräch’-mit einem jühgen Siefeenbürgener Autor .über, das’Trraticr-; nale. „Religionsfreiheit besteht in unserem Land, jeder kann seine Religion ausüben, niemand stört ihn.“ Eine Feststellung die, das sei jetzt nur kurz eingefügt, im Wesentlichen richtig ist. „Aber ich selbst bin von der Materie als Ursprung überzeugt.“ Nach ein paar Fragen und Repliken kam man zur Bedeutung des Irrationalen. „An diesem Problem arbeiten wir noch, erst mußten wir ganz Konkretes, das uns unmittelbar bedrängte, in Angriff nehmen. Aber wir werden auch hier

von unserem Standpunkt her eine

Lösung finden.“ Das Gespräch wurde mit bewegender Intensität geführt, die weitesten Bögen von der Antike bis zum Gedanken des „Glasperlenspiels“

gezogen, und es erwies sich ganz

deutlich, daß hier, in der Frage der Bedeutung des Irrationalen, der eigentliche ungelöste Rest des östlichen Weltbildes liegt. Ein Rest in ihren Augen, in den unseren der Kern der westlichen Grundhaltung in der Kunst und im Leben.

Das Gespräch mit dem Präsidenten des rumänischen Schriftstellerverbandes Mihai Beniuc, dessen Drama „Die Rückkehr“ eben im Nationaltheater gespielt wird, gab über die Struktur des literarischen Lebens vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht interessanten Aufschluß. „Wir haben hier eine ganze Reihe von Autoren, die einen Jahresdurchschnitt von monatlich 30.000 Lei, das sind zum offiziellen Kurs rund 60.000 Schilling, verdienen. Ich weiß das genau, da ja alles über uns verrechnet wird.“ Der Verband verfügt über vier Häuser in Bukarest, meist ein Palais der Achtzigerjahre, in denen Redaktionen, Vortragsräume, Bibliotheken untergebracht sind, denn der Verband besitzt zehn eigene Literaturzeitschriften, von denen jene mit der höchsten Auflage wöchentlich in 30.000 Exemplaren verkauft wird. Den 525 ordentlichen und 300 außerordentlichen Mitgliedern steht ein Fond zur Verfügung, der von 2 Prozent Autorenabgaben und 10 Prozent Verlagsabgaben gespeist wird. Das heißt, der Verleger muß so kalkulieren, daß außer dem normalen Autorenhonorar noch zehn Prozent vom Verkaufspreis an den literarischen Fond abgeführt werden. Davon erhält einmal jedes Mitglied

über dem Alter von 56 Jahren eine Pension von monatlich 600 bis 1000 Lei, also etwa 1200 bis 2000 Schilling ausbezahlt, Studienreisen werden finanziert und Zuschüsse, vor allem für jüngere Autoren, gegeben. „Was übrigens die Pensionen betrifft, so überweist der Staat an bedeutende Persönlichkeiten noch Staatspensionen bis 2000 Lei, die kommen dann dazu, und außerdem alle anfallenden normalen Honorare.“ Der Verband besitzt auch einige sogenannte „Häuser des Schaffens“, etwa im ehemaligen Königsschloß Sinai oder im Schloß Mogosoaia, wohin sich die Autoren zur Arbeit zurückziehen können. Und Reisen ins westliche Ausland? „Da haben wir einmal das Devisenproblem. 50 Prozent verbleiben dem Autor in Devisen, der Rest wird über unsere Nationalbank verrechnet, aber man kann auch da noch ansuchen, um etwas freizubekommen.“

Bei all diesen enormen finanziellen

s Freizügigkeiten auf kulturellem Ge-

s biet — Rumänien gibt, wie es scheint, 3 hier mehr Geld aus als etwa Polen l und Ungarn — ist freilich nicht zu

r vergessen, daß der Autor und der

. Künstler sich fast vollkommen in der , Hand eines einzigen Zahlenden, und e dies ist eben immer allein der Staat, i befindet, ohne je Konkurrenzen ge- , geneinander ausspielen zu können.

- Diese Abhängigkeit wird durchbrochen bei starker Popularität und doch auch einer unleugbaren künstlerischen Leistung, die nicht aufzuhalten ist. Die individuellen Möglichkeiten innerhalb dieses planwirtschaftlich gepflegten Kulturlebens sind also bis zu einem nicht unerheblichen Grad eine Persönlichkeitsfrage. Wenn starke, aber vom Fahrweg abweichende Werke entstehen, so beginnt man einmal zu diskutieren, versucht, vom Autor eine Änderung zu erreichen, ist aber auch bereit, wenn eine deutliche Begabung besteht, selbst einzuschwenken und

dann die Interpretation, also die Kritiker, dafür sorgen zu lassen, daß alles eben doch einem „volksverbundenen und antwortgebenderi“ sozialistischen Realismus entspricht. Man arrangiert sich meist nach allerlei Schachzügen, wobei freilich vom wirtschaftlich Schwächeren, nämlich vom Autor, seht viel Energie, Intelligenz und Geschick aufgebracht werden muß. Aber in Bukarest gewinnt man den Eindruck, daß nicht Frankreich, sondern der Balkan das Mutterland der Diplomatie ist. Im Westen jedenfalls wäre es wichtig, sich sehr genau der eigener echten geistigen Werte bewußt zt werden und sie klar zu formulieren; denn die Intellektuellen auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs sine auch in Rumänien dabei, sich au! hohem Niveau — es wäre verhängnisvoll, das zu übersehen — mit der Gedanken und Möglichkeiten der heutigen Zeit, des Ostens und des Westens, auseinanderzusetzen.

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