Gaza in Trümmern - Die zweite Phase des US-Friedensplans für den Gazastreifen ist angelaufen, ein palästinensisches Exekutivkomitee für Verwaltung und Wiederaufbau wurde ernannt – ihr Erfolg wird vom politischen Umfeld, sprich dem Ende der Hamas und dem Anfang einer neuen, besseren Beziehung zu Israel abhängen. - © APA / AFP / Omar Al-Qattaa
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Wie Wiederaufbau und Frieden in Gaza gelingen können

Die zweite Phase im US-Friedensplan für Gaza ist angelaufen. Israelische und palästinensische Experten über unerlässliche Voraussetzungen, damit Gaza dieses Mal eine Erfolgsgeschichte werden kann.

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Je länger Yitzhak Gal über Gaza spricht, desto weiter geht bei seiner Zuhörerschaft die Text-Bild-Schere auseinander: Die Nachrichten aus der palästinensischen Enklave zeigen Bilder verwüsteter Städte und von Menschen, die trotz Waffenstillstands täglichen Scharmützeln ausgesetzt sind und bei nasskalter Witterung in behelfsmäßigen Behausungen ums Überleben kämpfen müssen.

Der Experte für israelisch-palästinensische Wirtschaftsbeziehungen spricht aber bereits über die Möglichkeit blühender Landschaften in diesem Küstenstreifen „ein wenig kleiner als Wien“; er beschreibt die palästinensische Gesellschaft dort, „die sehr widerstandsfähig ist“, und er verweist auf das Potenzial der palästinensischen Wirtschaft, „das unvorstellbar groß ist“. Dabei beruft er sich auf „tiefgründige Forschungen, die zeigen, dass Gaza ein besonderes Potenzial hat, das viel höher ist als im Westjordanland“. Um dieses zu nützen, brauche es aber, was es dort seit Jahrzehnten nicht gibt: „ein stabiles, zukunftsfähiges Umfeld“.

Gal ist ein langjähriger Forscher am Moshe Dayan Center der Universität Tel Aviv und Mitarbeiter für den an friedensorientierten Regionalkonzepten arbeitenden Thinktank Mitvim. Das „Österreichische Institut für Internationale Politik“ (oiip) hat ihn vergangene Woche nach Wien eingeladen.

Gutes Team, wenig Optimismus

Zeitpunkt und Person konnten nicht besser gewählt sein: Erstens starten die USA gerade die zweite Phase ihres Friedensplans, zu der neben der Hamas-Entwaffnung die Schaffung von Regierungsstrukturen in Gaza gehört. Zweitens hat der Israeli Gal mit einem Palästinenser namens Ali Shaat detaillierte Studien über die logistischen Notwendigkeiten für den Wiederaufbau Gazas erstellt – bis hin zur Mindestanzahl von 5000 LKW-Lieferungen pro Tag. Genau mit jenem Ali Shaat stellte Gal diese Rechnungen auf, der im Rahmen von Trumps 20 Punkte Plan zum Vorsitzenden des „National Committee for the Administration of Gaza“ ernannt wurde. Dieses 15-köpfige Gremium soll die Zivilverwaltung, Grundversorgung und den Wiederaufbau von Gaza organisieren.

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