Tankstelle Zapfhähne - Nahaufnahme von vier grünen und einem schwarzen Zapfhahn an einer Tankstelle mit Beschriftungen Diesel, Super E10, Super und Super Plus - © Foto: Alexander Fox / PlaNet Fox / Pixabay

Spritpreisbremse: Wir Benzinbrüder

Der Irankrieg macht Tanken unangenehm teuer. Jetzt gibt es die günstige Gelegenheit, den Ausstieg aus fossilen Energien voranzutreiben – zum Schutz vor weiteren „Ölpreisschocks“.

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Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Elektroauto und fahren, sofern das Wetter und die Strecke passen, auch ein Fahrrad oder einen Elektroroller. Der Strom dafür kommt von einem Solardach. Ihre Wohnung oder Ihr Haus heizen Sie mittels Wärmepumpe oder einer anderen fossilfreien Alternative. Dann sind Sie bei Ihren Haushaltskosten gut geschützt gegen einen ­„Öl-“ und „Gaspreisschock“, wie er durch den US-israelischen Angriff auf den Iran erneut ausgelöst wurde. Dann können Sie jetzt wie der deutsche Autor und Spiegel-Kolumnist Christian Stöcker sagen: „Ich ­lebe in der Zukunft. Ist angenehm hier!“

Leider trifft das bislang nur auf eine Minderheit zu. Während Menschen in den globalen Kriegsgebieten tagtäglich bombardiert und/oder vertrieben werden, vergeht hierzulande kein Tag, an dem nicht die vielen „Tankopfer“ an den Zapfsäulen beklagt werden.

Während sich das Tempo der globalen Erwärmung seit 2015 verdoppelt hat, sorgt man sich lieber über den aktuellen Benzin- und Dieselpreis als über den langfristigen Schaden durch fossile Energienutzung, der immer massiver an unsere Kinder und Kindeskinder weitergereicht wird. Und während man alles tut, um Auto­fahrer ja nicht zu belasten, hat man ohne Wimpernzucken das Klimaticket empfindlich verteuert – und damit genau jene abgestraft, die sich bewusst für eine nachhaltige Form der Mobilität entscheiden.

Spritsparen: Simpel und schmerzfrei

Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Natürlich geht es jetzt da­rum, all jene zu unterstützen, die tatsächlich auf ein Fahrzeug angewiesen sind – und zwar am besten durch „treffsichere Förderung sozial benachteiligter Haushalte statt der ‚Gießkannenpolitik‘ bei früheren Energiekrisen“, wie Klimaforscher Daniel Huppmann sagt, der mit dem WWF einen Fünf-Punkte-Plan gegen die hohen Energiepreise vorgelegt hat.

Wie groß der politische Druck deshalb schon ist, zeigten die hektischen Debatten über akute Interventionen: Tankrabatte, Steuersenkungen oder ein Preisdeckel standen im Raum. Nun hat sich die Koalition auf eine kombinierte „Spritpreisbremse“ verständigt, die ab April in Kraft treten soll. Doch kurzfristige Eingriffe lösen nicht das grundlegende Problem, betont die Ökonomin Sigrid Stagl. Die Nettoimporte fossiler Energieträger in Österreich lagen 2025 bei rund acht Milliarden Euro.

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