Nußbaumers Welt

Botschaften an "Kurz & Partner"

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Von Dankbarkeit und ihrem Fehlen war im jüngsten Sonntags-Evangelium die Rede: Neun der zehn Aussätzigen, die Jesus geheilt hatte, waren wortlos nach Hause gegangen – nur einer hatte kehrtgemacht, um sich zu bedanken.

Beim Zuhören sind mir einmal mehr die eigenen Defizite an Dankbarkeit eingefallen. Und Stunden später, während der Abendnachrichten mit all ihren globalen Dramen, ist mir dankbar bewusst geworden, in welch friedlichem, stabilem, gesegnetem Land wir Österreicher leben dürfen – ungeachtet aller Alltags-Versagen.
Heute, Donnerstag, beginnen die „vertiefenden Gespräche“ über eine neue Regierung. Wir, die Wähler, haben dazu die Weichen gestellt – trotz mancher Überzeugung, diese oder jene Partei hätte mehr oder weniger Stimmen erhalten sollen. Ich denke, wir haben es gut gemacht:
- Diejenigen, die politisch-moralisch versagt haben, sind massiv geschwächt worden.
- Jene, die zuletzt an Überzeugungskraft eingebüßt haben, werden Zeit zur Erneuerung bekommen.
- Und jene, die uns – so oft vergeblich – vor einer gedankenlosen Weltvernichtung gewarnt haben, sind mit neuer Kraft auferstanden.

Von Dankbarkeit und ihrem Fehlen war im jüngsten Sonntags-Evangelium die Rede: Neun der zehn Aussätzigen, die Jesus geheilt hatte, waren wortlos nach Hause gegangen – nur einer hatte kehrtgemacht, um sich zu bedanken.

Beim Zuhören sind mir einmal mehr die eigenen Defizite an Dankbarkeit eingefallen. Und Stunden später, während der Abendnachrichten mit all ihren globalen Dramen, ist mir dankbar bewusst geworden, in welch friedlichem, stabilem, gesegnetem Land wir Österreicher leben dürfen – ungeachtet aller Alltags-Versagen.
Heute, Donnerstag, beginnen die „vertiefenden Gespräche“ über eine neue Regierung. Wir, die Wähler, haben dazu die Weichen gestellt – trotz mancher Überzeugung, diese oder jene Partei hätte mehr oder weniger Stimmen erhalten sollen. Ich denke, wir haben es gut gemacht:
- Diejenigen, die politisch-moralisch versagt haben, sind massiv geschwächt worden.
- Jene, die zuletzt an Überzeugungskraft eingebüßt haben, werden Zeit zur Erneuerung bekommen.
- Und jene, die uns – so oft vergeblich – vor einer gedankenlosen Weltvernichtung gewarnt haben, sind mit neuer Kraft auferstanden.

Ein ,dynamisches Dreieck‘ mit den NEOS könnte die Regierungs-Mehrheit im Parlament absichern und den Rechts-Links-Dualismus aufbrechen.

Ein guter Grund also, um dankbar zu sein: Millionen Einzelstimmen haben ein Gesamtbild bewirkt, das sich sehen lassen kann. Ab heute geht es darum, diesen Wählerwillen über alles Partei-Kalkül hinweg wach zu halten. Damit am Ende eine Regierung gelingt, die verlorenes Vertrauen zurückgewinnen kann.

Fingerspitzengefühl und Vertrauen

Kundige Politik-Veteranen wie Heinz Fischer und Andreas Khol haben dieser Tage von ihren Erfahrungen aus vergangenen Koalitionsverhandlungen berichtet – und an die „Kunst des Fingerspitzengefühls und der gegenseitigen Zumutbarkeit“ erinnert. Hier nur zwei ihrer Mahnungen an „Kurz & Partner“:
- „Nichts ist ausverhandelt, solange nicht alles verhandelt ist.“ Soll heißen: Der notwendige Abtausch von Kompromissen kann auch noch an letzten Details scheitern.
- Und: „Jedes Gespräch muss unbedingt vertraulich bleiben!“ Denn wer immer versuchen sollte, den jeweils anderen via Medien unter Druck zu setzen, hat jedes Vertrauen verspielt.

Kürzlich habe ich nachgezählt: 23 Parlamentswahlen habe ich bisher erlebt, bei 18 davon war ich stimmberechtigt. Von 1945 abgesehen (ÖVP, SPÖ, KPÖ) haben dann nie mehr als zwei Parteien eine Regierung gestellt. So wird es vermutlich wieder sein. Ich aber fände das schade – und wünschte mir jetzt ein Koalitions-Trio – durch Einschluss der NEOS. Warum? Weil ein solch „dynamisches Dreieck“ nicht nur die Regierungs-Mehrheit im Parlament absichern und den Rechts-Links-Dualismus aufbrechen könnte. Umfragen zeigen auch, wieviel an Argwohn die vergangenen Monate auf vielen Seiten hinterlassen haben. Die junge liberale Mitte aber scheint davon ausgenommen zu sein.

Wie immer es kommt: Dem Kabinett „Kurz II“ könnte solche „Starthilfe“ guttun.