Meinung

Deutschlands Große Koalition

1945 1960 1980 2000 2020
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Was läuft eigentlich in Deutschland? Nachdem insbesondere im Vorfeld der bayerischen Landtagswahlen im Herbst 2018 der Streit innerhalb der CDU/CSU-SPD-Regierung für Schlagzeilen gesorgt hat, scheint es ruhig geworden zu sein. Zumindest in der österreichischen Wahrnehmung, die sich ganz auf (behauptete oder tatsächliche) innerparteiliche wie -koalitionäre Turbulenzen bei ÖVP und FPÖ richtet.
Nun hat sich zwar nach dem Wechsel an der Spitze der Unionsparteien das Klima zwischen CDU und CSU offenbar entspannt; dafür aber dürften Union und SPD zunehmend auseinanderdriften. Der ehemalige Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart etwa zeichnete jüngst ein drastisches Bild: „In der Großen Koalition rasen zwei Lokomotiven aufeinander zu. Auf der ersten Lokomotive sitzt die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Auf der zweiten Lokomotive rangeln SPD-Chefin Andrea Nahles und Vize-Kanzler Olaf Scholz um die Führung, derweil im Maschinenraum Heizer Kevin Kühnert (Juso-Chef; Anm.) und Hilfsheizer Ralf Stegner (stv. SPD-Vorsitzender; Anm.) ständig die Kohlen nachschippen.“
Tatsächlich setzt die SPD offenbar auf einen deutlichen Linksruck als Ausweg aus ihrer Misere. Was strategisch verständlich sein mag, aber die Zusammenarbeit mit einer ebenfalls um Profilierung bestrebten CDU nicht eben erleichtern dürfte. Auch für Deutschland gilt halt, dass Große Koalitionen zusammenspannen, was nicht zusammengehört.
Dazu kommt, dass ja Angela Merkel bereits in statu abeundi („im Salonwagen der späten Jahre“; Steingart) ist, auch wenn keiner weiß, wann genau dieser Abgang erfolgen wird.
Könnte spannend werden nach den Europawahlen.
Was läuft eigentlich in Deutschland? Nachdem insbesondere im Vorfeld der bayerischen Landtagswahlen im Herbst 2018 der Streit innerhalb der CDU/CSU-SPD-Regierung für Schlagzeilen gesorgt hat, scheint es ruhig geworden zu sein. Zumindest in der österreichischen Wahrnehmung, die sich ganz auf (behauptete oder tatsächliche) innerparteiliche wie -koalitionäre Turbulenzen bei ÖVP und FPÖ richtet.
Nun hat sich zwar nach dem Wechsel an der Spitze der Unionsparteien das Klima zwischen CDU und CSU offenbar entspannt; dafür aber dürften Union und SPD zunehmend auseinanderdriften. Der ehemalige Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart etwa zeichnete jüngst ein drastisches Bild: „In der Großen Koalition rasen zwei Lokomotiven aufeinander zu. Auf der ersten Lokomotive sitzt die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Auf der zweiten Lokomotive rangeln SPD-Chefin Andrea Nahles und Vize-Kanzler Olaf Scholz um die Führung, derweil im Maschinenraum Heizer Kevin Kühnert (Juso-Chef; Anm.) und Hilfsheizer Ralf Stegner (stv. SPD-Vorsitzender; Anm.) ständig die Kohlen nachschippen.“
Tatsächlich setzt die SPD offenbar auf einen deutlichen Linksruck als Ausweg aus ihrer Misere. Was strategisch verständlich sein mag, aber die Zusammenarbeit mit einer ebenfalls um Profilierung bestrebten CDU nicht eben erleichtern dürfte. Auch für Deutschland gilt halt, dass Große Koalitionen zusammenspannen, was nicht zusammengehört.
Dazu kommt, dass ja Angela Merkel bereits in statu abeundi („im Salonwagen der späten Jahre“; Steingart) ist, auch wenn keiner weiß, wann genau dieser Abgang erfolgen wird.
Könnte spannend werden nach den Europawahlen.