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Jahrmarkt der Klimastreitigkeiten

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Afrika

Entwicklungsexpertin Pato Kelesitse: „Ein Großteil der Klima-Migration passiert zu Fuß“

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Afrika steuerte ein Prozent zu den weltweiten Emissionen bei – und spürt die Folgen am meisten. Pato Kelesitse, Expertin für nachhaltige Entwicklung aus Botswana, verschafft den Betroffenen Gehör.

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Afrika steuerte ein Prozent zu den weltweiten Emissionen bei – und spürt die Folgen am meisten. Pato Kelesitse, Expertin für nachhaltige Entwicklung aus Botswana, verschafft den Betroffenen Gehör.

Auf Einladung des „VIDC Global Dialogue“ reiste Pato Kelesitse, Expertin für nachhaltige Entwicklung und Projektleiterin beim „South African Climate Action Network“, von Botswana nach Wien, um über die Auswirkungen der Klimakrise im südlichen Afrika und die Maßnahmen, die nun zu treffen sind, zu sprechen. Auch die FURCHE bat sie zum Interview.

DIE FURCHE: Frau Kelesitse, Sie arbeiten für das Climate Action Network (CAN), das weltweit Umweltorganisationen vernetzt. Was genau ist Ihre Aufgabe?
Pato Kelesitse:
Ich bin Projektreferentin für das südafrikanische CAN. Wir produzieren Podcasts in ganz Afrika und wollen Afrikanerinnen und Afrikanern eine Stimme geben, was den Klimawandel, Klimaaktion und Klimalösungen betrifft. Die meisten verfügbaren Äußerungen zum Thema, Kenntnisse und Forschungen über den Klimawandel kommen aus dem globalen Norden. Wir versuchen dem etwas aus dem Süden entgegenzusetzen: mit Experten, Aktivisten oder einfach Menschen, die konkrete Erfahrungen mit dem Klimawandel gemacht haben.

DIE FURCHE: Wie entstehen Ihre Podcasts?
Kelesitse:
Vieles passiert über Zoom, unsere Mittel sind begrenzt. Nur fallweise können wir Interviews in Präsenz machen. Bisher hatten wir Beiträge aus etwa 20 Ländern, etwa über die Ölverseuchung vor der Küste von Mauritius, die ein japanischer Tanker im Juli 2020 verursacht hat. Wir haben über das Tschadsee-Becken gesprochen und viele andere Themen quer über den afrikanischen Kontinent. Ausschließlich mit afrikanischen Stimmen.

DIE FURCHE: Wer kommt zu Wort?
Kelesitse:
Zum Beispiel Pauline Dube. Sie ist Umweltforscherin und lehrt an der Universität von Botswana. Sie gehört zu den 15 Wissenschaftern, die den „Globalen Bericht nachhaltiger Entwicklung 2023“ der UNO verfasst haben. Aber wir sprechen auch mit Basis-Aktivisten, Leuten, denen sonst keine Plattform gegeben wird, auf der sie gehört werden. Zum Beispiel aus dem Okavango-Delta in Botswana. Das ist das größte Binnendelta der Welt, der Fluss versickert da in einer spektakulären Landschaft. Dort soll nach Öl gebohrt werden.

DIE FURCHE: Viele der Umweltkatastrophen lösen Migration aus.
Kelesitse:
Das ist eines unserer Themen: Wie bereiten wir uns darauf vor und wie gehen wir mit der Klima-Migration um unter Wahrung der Menschenrechte? Statt die Menschen als Belastung zu betrachten, sollten wir versuchen, die Vertriebenen in einer Art und Weise zu integrieren, die beiden Seiten nützt. Da schauen wir uns konkrete Fälle an, wo das gut funktioniert, um daraus zu lernen.

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